Murnaus Geschäfte – hier Abbs Mode und Accessoires – kommen in vielen Bereichen gut an. Foto: Archiv Herpen

Murnauer Einzelhandel: Mit Abstrichen gute Noten

Murnau - Der Murnauer Einzelhandel erhält von seinen Kunden ein relativ gutes Zeugnis. Im Detail sollte nachgebessert werden. Das zeigt die große Bevölkerungsumfrage.

„Grundsätzlich positiv“ sieht Thomas Egger, Projektleiter des Gemeindeentwicklungsprogramms Murnau Miteinander, die Situation, wenn er das nun vorliegende Ergebnis der repräsentativen Bevölkerungsumfrage analysiert. Dafür wurden im Ort und in der nahen Umgebung 530 Haushalte schriftlich befragt.

Klar ist aber auch: In gewissen Bereichen sollten Händler nachbessern, um sich insbesondere gegenüber Weilheim besser zu positionieren. Die Stadt ist nach Angaben Eggers „Hauptmitkonkurrent“ im Buhlen um Murnauer Kundschaft; kaum eine Rolle spielen hier Penzberg und Bad Tölz, selbst Garmisch-Partenkirchen und teilweise München haben im Vergleich zu Weilheim das Nachsehen. Dorthin fließt vor allem bei Unterhaltungselektronik, elektrischen Haushaltsgeräten, Computerprodukten und Männerbekleidung Kaufkraft ab. In diesem Fall zögen große Fachmärkte Kunden an, meint Egger.

Stark ist Murnau bei Artikeln des täglichen Bedarfs. Fast alle Einwohner decken sich im Ort mit Lebensmitteln ein. Auch Drogerie- und Parfümwaren, Medikamente, Blumen und Pflanzen, Büro und Bau-/Heimwerkerprodukte kaufen die Bürger großteils in ihrer Heimatgemeinde. Fachgeschäfte erhielten von den Interviewten Noten zwischen 2,4 und 3,3. Am besten schnitten sie bei der Freundlichkeit der Bedienung und der fachlichen Beratung ab, mit 3,1 wurde das Preis-/Leistungsverhältnis, mit 3,3 die Breite des Angebots bewertet.

Häufiger in der Gemeinde einkaufen würden viele befragte Murnauer bei einem attraktiven Wochen-/Bauernmarkt (41 Prozent), bei einer größeren Vielfalt an Läden und Angeboten (32) und mehr spezialisisierten Fachgeschäften (26). Fast drei Viertel meinen: Neue Öffnungszeiten in Fachgeschäften wären besser. Kernöffnungszeiten zu schaffen, genieße Priorität, meint Egger.

Das sieht Andreas Müssig nicht anders. Momentan öffne jeder Händler quasi nach seinem Gusto, erklärt das Vorstandsmitglied des Vereins zur Wirtschaftsförderung. „Wir haben sogar Geschäfte, die Montag- oder Mittwochnachmittag schließen – das kann man sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen.“ Müssig stuft die Umfrageergebnisse als wertvoll und hilfreich ein. Jeder weise eine gewisse Betriebsblindheit auf und gewöhne sich an Dinge, die Außenstehende als störend empfänden: „Nun sieht man die Dinge schwarz auf weiß.“

Der Gemeinderat müsse sich nun mit der entsprechenden Arbeitsgruppe von Murnau Miteinander und Vertretern der Geschäftswelt an einen Tisch setzen, um sich Gedanken zu machen: „Wir brauchen hier einen Masterplan.“

Generell freut sich Müssig, „dass wir insgesamt gar nicht schlecht sind“.

Auch interessant

Kommentare