Alter Wein – beziehungsweise Tee – in neuen Gläsern kann auch durchweg positiv sein. Das zeigen Ingeborg Winkler (l.), Organisatorin des Murnauer Töpfermarktes, und Edeltraud Reil, Vize-Vorsitzende des Verschönerungsvereins. Ab 2011 wird der Markt im Kulturpark abgehalten. Gemeinde und Verein sehen nur Vorteile. Foto: Herpen
+
Alter Wein – beziehungsweise Tee – in neuen Gläsern kann auch durchweg positiv sein. Das zeigen Ingeborg Winkler (l.), Organisatorin des Murnauer Töpfermarktes, und Edeltraud Reil, Vize-Vorsitzende des Verschönerungsvereins. Ab 2011 wird der Markt im Kulturpark abgehalten. Gemeinde und Verein sehen nur Vorteile. Foto: Herpen

Murnauer Töpfermarkt zieht in den Kurpark um - Veränderung zum Besseren

Murnau - Nach 27 Jahren gehen die Aussteller des Murnauer Töpfermarktes vom Zentrum in den Kurpark. Organisatorische Probleme waren der Grund für die Entscheidung der Veranstalter.

Nach 27 Jahren am gleichen Ort, wird sich das Ambiente des Murnauer Töpfermarktes ab 2011 verändern: Im kommenden Jahr wird er nicht mehr in der Pfarrstraße und am Schützenplatz stattfinden, sondern im Kulturpark. Das bestätigte Organisatorin Ingeborg Winkler gestern bei der Eröffnung der 27. Ausgabe.

Absperrungen, Parkplatzprobleme für die Anwohner, eine freizuhaltende Feuerwehrzufahrt und Straßensperrungen mit Umleitung: Länger schon war der Verschönerungsverein als Veranstalter mit dem Austragungsort in der engen Häuserzeile an der Pfarrstraße nicht froh. „In fast jedem Haus in diesem Bereich wohnen mehrere Familien, die jeweils drei bis vier Autos besitzen“, sagte Winkler im Tagblatt-Gespräch. Insgesamt mussten beim Markt so rund 40 Fahrzeuge anderswo untergebracht werden. „Schon 14 Tage vorher bin ich mit Zetteln von Haus zu Haus gelaufen, um die Anwohner zu informieren.“ Auch die Rettungsgasse von 4,50 Metern Breite musste strikt eingehalten werden - nur so kommen die Einsatzfahrzeuge im Ernstfall durch. Diese Auflage hatte jedoch zur Folge, dass „die Standbesitzer ihre Ware nicht so dekorieren können, wie das vielleicht wünschenswert gewesen wäre“. Überdies hätten Autofahrer wegen der Straßensperrung Umwege in Kauf nehmen müssen.

Doch Winkler will sich bei der Aufzählung der Probleme richtig verstanden wissen: „Es gab keine Beschwerden, wir haben mit allen Anwohnern hervorragend zusammengearbeite.“ Sie hätten den Organisatoren Strom und Wasser gegeben, andere hätten extra ihren Parkplatz freigemacht.

Im Rahmen einer Vorstandssitzung des Vereins sei unlängst der Beschluss gefallen, den Markt in den Kulturpark zu verlegen, sagte die 72-Jährige - eine scheinbar durchweg positive Veränderung. „Bei der Gemeinde haben wir mit unserem Vorschlag offene Türen eingerannt“, sagt Winkler. Dort habe man den Kulturpark ebenfalls als den besseren Veranstaltungsort angesehen. Auch der Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Sepp Gramer, freut sich über die neue Perspektive: „Der Töpfermarkt passt doch großartig in den Kulturpark. Durch die grüne Wiese und das Gebirgspanorama bekommt das Ganze viel mehr Flair.“ So könnten die Standbesitzer künftig ohne Zeitdruck ihre Ware in Ruhe auf- und abbauen. Bei guter Witterung kann sich Gramer auch vorstellen, jeweils am Freitagabend im Pavillon ein Konzert oder eine kleine Theateraufführung für einen guten Zweck zu veranstalten. Als weiteren Vorteil zählt er die Tiefgarage mit 220 Stellplätzen sowie die sanitären Anlagen im Kultur- und Tagungszentrum auf.

Positiv nimmt Vize-Bürgermeister Josef Bierling die Entwicklung auf: „Gerade wenn so eine Veranstaltung im Zentrum über mehrere Tage geht, gibt es Probleme mit der Zufahrt für die Anwohner.“ Das sei mit der Verlegung passé. Diese sei natürlich eine Umstellung für alle Beteiligten, aber der Kulturpark biete viele Vorteile, zum Beispiel bei der Bewirtung der Gäste. Auch die Verkehrsberuhigung durch die Beseitigung des Bahnübergangs komme der Veranstaltung zugute. Wäre also nur zu wünschen, man könnte auch das Wetter positiv beeinflussen. Doch Regenschauer wird es wohl auch im Kulturpark geben.

Auch interessant

Kommentare