Bau-Pause: Die Rathaus-Sanierung soll weiterlaufen, wird aber heuer wohl nicht abgeschlossen. Foto: jandretzki

Neue Schulden und Grundstücksverkäufe: Eschenlohe in schwieriger Finanzlage

Eschenlohe - Eschenlohe erlebt 2010 ein finanziell prekäres Übergangsjahr. Ohne neue Schulden und Grundstücksverkäufe kann es heuer wohl notwendige Ausgaben nicht stemmen.

Martin Gratz redet Klartext: „Dieses Jahr ist sehr schwierig“, sagt der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt. Er spielt auf die finanzielle Situation Eschenlohes an, das 2010 mit extrem hohen Ausgaben und deutlich geschrumpften Einnahmen klarkommen muss.

Nach dem Etatplan, den der Gemeinderat einstimmig beschlossen hat, wird das Dorf heuer den Schuldenhöchststand von knapp zwei Millionen Euro im Jahr 2004 wieder erreichen. Neue Kredite in Höhe von 360 000 Euro sieht das Zahlenwerk vor, dazu 330 000 Euro aus Grundstücksverkäufen, „damit wir über die Runden kommen - obwohl wir nur das Notwendige veranschlagt haben“, sagt Gratz.

Käufer werden etwa gesucht für ein Mischgebiet (Murnauer Straße/6000 Quadratmeter) - im Erfolgsfall wäre die Gemeinde bei weitem im grünen Bereich. Erlöst werden könnte ein „sehr hoher sechsstelliger Betrag“, erklärt Bürgermeister Anton Kölbl (CSU). Eventuell trennt sich die Gemeinde auch von Baugrund an der Lohgasse. Im Hochtief-Gewerbegebiet steht ebenfalls ein Areal zur Veräußerung an. Die Steuer-Hebesätze bleiben indes unangetastet.

Eschenlohes Crux liegt in der Vergangenheit begründet. Das Dorf hatte nach Angaben von Gratz vor zwei Jahren (Gewerbe-)Steuereinnahmen von fast einer Million Euro verbucht, von denen es zehren konnte. In der Folge erhält die Gemeinde heuer keinerlei Schlüsselzuweisungen, muss aber 750 000 Euro an Umlage an den Landkreis berappen. „Wir haben eine ganz besondere Situation in diesem Jahr“, betont Gratz, der davon ausgeht, dass sich die Finanzlage 2011 stabilisieren wird.

Bei der Rathaus-Sanierung nimmt das Dorf heuer etwas Tempo raus: Zwar sollen die Arbeiten im energetischen Bereich weiterlaufen, auch damit Mittel aus dem Konkunkturprogramm II fließen. Sitzungszimmer und Toiletten, erklärt Bürgermeister Kölbl, gehe man ebenfalls an. Ansonsten wird beim Innenausbau heuer wohl erst einmal der Rotstift angesetzt: „Wir können nicht in dem Maße investieren, wie wir es gerne hätten.“

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