Neues Gewerbegebiet: Perspektive für örtliche Betriebe

Ohlstadt - Seit Jahren wird an dem Vorhaben, in Ohlstadt ein neues Gewerbegebiet zu schaffen, herumgedoktert: Nun legt die Gemeinde den Bebauungsplan erneut aus.

Thomas Schweiger muss sich in Geduld üben. Vor sechs Jahren hat sich der Betreiber eines Tiefbauunternehmens erstmals an die Gemeinde Ohlstadt in Sachen Gewerbegebiet gewendet.

Der 44-Jährige würde gern am Mühlmoos 5000 Quadratmeter kaufen und seine bisher in Oberammergau sitzende Firma dort ansiedeln. Bis dato hat er sein Material auf mehrere Orte verteilt: Eschenlohe, Unterammergau, Ohlstadt und das Passionsdorf. Doch eine Dauerlösung ist das nicht. „Ich weiß nicht mehr, wohin mit dem Zeug.“ Schweiger steht unter Zugzwang. „Ich möchte so nicht weiter machen“, betont der Unternehmer, der in Ohlstadt aufgewachsen ist. Er hat sich eine Frist gesetzt. Wenn heuer mit dem Gewerbegebiet Mühlmoos nichts weitergeht, will sich Schweiger andernorts umschauen.

Am Jahreswechsel hat sich in der Angelegenheit wieder etwas getan. Die Gemeinde Ohlstadt legte den Bebauungs- und Grünordnungsplan das zweite Mal öffentlich aus. Bis 12. Februar können die Bürger Einwände erheben und Anregungen machen. „Es können sich alle beteiligen“, sagt Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei). Er hält es für realistisch, dass sich der Gemeinderat dann im Februar oder März mit den Stellungnahmen der Bürger und Behörden beschäftigt. „Wir lassen uns überraschen, was kommt.“

Das Verfahren gleicht einem Marathon. Als die Papiere zum ersten Mal auslagen, endeten die Fristen im April beziehungsweise September 2013. Doch erst im Februar 2015 bekam das Kommunalparlament die Einwände und Bedenken auf den Tisch. In zwei Sitzungen arbeiteten die Räte das Material ab. Entgegen den ursprünglichen Plänen soll die Zufahrt nun näher am Bahnübergang angelegt werden. Was auf jeden Fall zu machen sein wird, sind Maßnahmen zum Hochwasserschutz. „Doch das ist eher harmlos“, teilt der Rathauschef mit.

Scheuerers Vorgänger Anton Fischer (NLO) hatte sich des Öfteren den Vorwurf anhören dürfen, er verschleppe das Projekt und blockiere gar die Ausweisung des Gewerbegebiets. Fischer bestritt dies stets (wir berichteten). Die Kommune will mit dem Wirtschaftsareal kleinen ortsansässigen Betrieben eine Perspektive bieten. Man will Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen und natürlich auch Gewerbesteuereinnahmen generieren. Die 24 000 Quadratmeter große Wiese am südlichen Ortsrand ist in Privatbesitz. Einem der Eigentümer gehören 16 000 Quadratmeter. Die Bürger können die Pläne im Rathaus zu den allgemeinen Dienststunden, aber auch auf der Homepage der Gemeinde (www.ohlstadt.de) einsehen.(roy)

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