Neues Hundehaus nimmt Formen an

Garmisch-Partenkirchen - Die 700000 Euro für den Neubau hat der Tierschutzverein zusammen, allerdings fehlen die Mittel für den Betrieb. Jetzt nimmt Vorsitzende Tessy Lödermann die Kommunen in die Pflicht.

Am Modell kann man bereits erkennen, wie das Tierheim einmal ausschauen wird. Ähnlich dem Katzen- und Kleintierhaus soll der Hundebereich gestaltet werden, für den noch heuer im Frühjahr der erste Spatenstich erfolgt. Die veranschlagten 700000 Euro für den Neubau, der das völlig marode ehemalige Munitionslager ersetzt, haben Lödermann und ihre Mitstreiter zusammen: "Geben wir das jetzt alles aus, fehlt uns das Geld für den laufenden Betrieb."

200 000 Euro kalkuliert sie hierfür jedes Jahr ein und abgesehen von einem Zuschuss in Höhe von 19 400 Euro vom Landkreis finanziert der Verein alles selber. Nachdem diese Belastung allerdings nicht mehr zu schultern sei, nimmt Lödermann jetzt die Kommunen in die Pflicht: "Circa ein Viertel unsere Tiere sind Fundtiere, für die eigentlich die Gemeinden zuständig sind." Theoretisch müssten diese bis zu sechs Monaten untergebracht, tierärztlich untersucht und versorgt werden. Diese Aufgabe übernimmt der Tierschutzverein im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Nachdem das Katzen- und Kleintierhaus ohne jegliche finanzielle Unterstützung errichtet worden war, "geht's jetzt nicht mehr". Daher habe sie jetzt im Landratsamt den Antrag auf Übernahme eines Viertel der Baukosten eingereicht. An anderen Tierheim-Bauten beteilige sich die Kommune, weiß Lödermann, die durch ihr Engagement als Vize-Präsidentin im Bayerischen Tierschutzbund freistaat-weit informiert ist.

300000 Euro für den Neubau stammen von dem inzwischen verstorbenen Verleger Dr. Erich Schumann, nach dem das Hundehaus auch benannt werden soll. Die restlichen 400000 Euro kamen durch Spenden, Mitgliedsbeiträge, Benefiz-Veranstaltungen und Flohmärkten zusammen. Das Vorhaben, das der Münchner Architekt Ralph Maurer realisieren wird, werde möglichst kostengünstig auf die Beine gestellt, unterstreicht Lödermann. "Wir wollen alternative Materialien verwenden und auch viel in Eigenleistung machen. Wir sind um jede weitere Hand dankbar, die mit anpackt."

Auf einer Grundfläche von 730 Quadratmetern entstehen dann Räume, in denen die Vierbeiner artgerecht unterkommen -­ sei's im Rudel oder allein. Außerdem sind ein Tierarzt- und ein Quarantänebereich, eine Futterküche, ein Waschplatz und ein Keller vorgesehen, in denen Lagerräume und eine Waschküche geplant sind. Wichtig ist Lödermann, dass sich auch im künftigen Hundehaus Mensch ­ "wir haben jedes Jahr etwa 25 000 Besucher" ­ und Tier wohlfühlen. Gitter sind daher völlig tabu, vielmehr setzt sie auf Wohnzimmer-Atmosphäre.

Auch interessant

Kommentare