Da nahm das Schicksal seinen Lauf: (v. l.) Thomas Bach (Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, DOSB), Bürgermeister Thomas Schmid (Garmisch-Partenkirchen), Landrat Georg Grabner (Kreis Berchtesgadener Land), Minister Siegfried Schneider und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude schicken die Bewerbung ab. Foto: Hangen

"NOlympia 2018": Kritiker knüpfen Netzwerk

Garmisch-Partenkirchen - Gegen die Bewerbung von München, Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee für die Olympischen Winterspiele 2018 formiert sich in München Widerstand.

Eigentlich hatte Axel Doering gehofft, dass sich bis Weihnachten 2009 ein Aktionsbündnis gegen die Olympia-Bewerbung formieren würde. Es sollte in einem Bürgerbegehren münden. Dieses Ziel hat der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN) jedoch verfehlt. Nun setzt er auf das so genannte Vernetzungstreffen „NOlympia 2018“, das am 11. Januar auf Initiative der Grünen-Landtagsfraktion in München stattfindet.

Dann kommen im Maximilianeum Vertreter von olympiakritischen Verbänden aus München, dem Berchtesgadener Land und Garmisch-Partenkirchen zusammen. Geladen sind gut 50 Organisationen, darunter der Alpenverein, die Internationale Alpenschutzkommission, der BN und der ÖDP-Kreisverband. Dessen Vorsitzender Rolf Beuting aus Murnau erhofft sich von den Gesprächen „neue Impulse“. Auch Grünen-Kreisverbands-Sprecher Korbinian Freier glaubt in Anspielung auf das viel beschworene Aktionsbündnis: „Danach wird sich was ergeben.“

BN-Vertreter Doering hat "herausgefunden, dass wir bis zuletzt ein Bürgerbegehren initiieren können, sollte die Bewerbungsgesellschaft beispielsweise ihre Versprechen nicht halten“. So habe Denver 1972 die Olympischen Winterspiele zurückgegeben, als der Ort schon Ausrichterstadt war. Die Bevölkerung des US-Bundesstaates Colorado hatte sich in einem Referendum gegen den Einsatz von Steuergeldern für diese Sport-Großveranstaltung ausgesprochen.

Doering könnte sich vorstellen, dass es in Garmisch-Partenkirchen ähnlich läuft. Eine entsprechende Initiative will der BN nach wie vor nicht starten. Und auch der ÖDP-Kreisverband und die Grünen wollen nicht an der Spitze des Aktionsbündnisses stehen. Dieses Problem werden die Olympiakritiker laut Doering bei dem Treffen in München in Angriff nehmen. „Ziel der Gespräche ist es außerdem, die tatsächlichen Belastungen der Spiele für Garmisch-Partenkirchen zu definieren und diese im nächsten Schritt öffentlich zu machen.“

Auch Michael Manlik hat eine Einladung für den 11. Januar erhalten. Für den SPD-Fraktionssprecher im Murnauer Gemeinderat, der alles dafür tun will, um Olympia zu verhindern, gibt es aber noch einen zweiten Ansatzpunkt. „Mir wäre es wichtig, dass die finanzielle Belastung der Gemeinden auch im Kreistag behandelt wird.“ Ein Bürgerbegehren auf Landkreis-Ebene sei zwar juristisch nicht zulässig. „Aber mittel- und langfristig geht auch der Kreis kaputt, wenn Garmisch-Partenkirchen durch Olympia pleite geht.“ (sis)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare