In die Mitte genommen: Christian Lackner wird flankiert von Landrat Anton Speer (l.) und KEG-Geschäftsführer Matthias Kratz (r.). foto: kornatz

Die Nummer fünf auf dem heißen Stuhl

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Garmisch-Partenkirchen - Kreisentwicklungsgesellschaft: Christian Lackner ersetzt als Tourismus-Manager für zwei Jahre Stephanie Rehm, die sich in Elternzeit befindet.

Die Fluktuation auf diesem Posten ist groß und die einzige Konstante. In fünf Jahren hat man drei Männer und eine Frau kommen und gehen gesehen. Der Stuhl des Tourismus-Managers der Kreisentwicklungsgesellschaft (KEG), die in naher Zukunft etwas plakativer Zugspitzregion heißen wird, ist ein heißer. Stephanie Rehm, die in ihrer Zeit viel bewegt hat, würde noch immer täglich darauf sitzen, wäre sie nicht schwanger geworden. Ihren Platz nimmt befristet für zwei Jahre, in denen sich Rehm in Elternzeit befindet, Christian Lackner (46) ein - geborener Hamburger. „Wir haben gute Erfahrungen mit Männern aus dem hohen Norden gemacht“, sagt Oberammergaus Bürgermeister Arno Nunn (parteilos), der dem Tourismusbeirat der KEG vorsitzt, und verweist auf Christian Loth, den Chef der Ammergauer Alpen.

Für die kommenden drei Monate wird Lackner noch mit KEG-Geschäftsführer Matthias Kratz zusammenarbeiten. Kratz räumt am Jahresende aus persönlichen Gründen seinen Platz. Was er in Zukunft macht, steht noch nicht fest. „Ich bin in der Findungsphase“, sagt er. Es gebe Angebote. „Spruchreif ist allerdings noch nichts.“ Wer ihm nachfolgt, wird sich hingegen bald entscheiden. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) rechnet damit, „dass Ende Oktober alles in trockenen Tüchern ist“. Was die Suche und Findung etwas schwieriger gestaltet, ist wohl dem Versuch der Politik geschuldet, der Kratz-Erbe solle die Posten Wirtschaftsförderer, der am Landratsamt angesiedelt sein soll, und KEG-Geschäftsführer in Personalunion ausüben. „Wir müssen erst die Zuständigkeiten abklären“, sagt Speer. Und dieser Job ist begehrt. „Wir haben zahlreiche Bewerbungen erhalten“, erklärt er.

Noch heißer begehrt war der Posten des Tourismus-Managers, den Lackner bekommen hat und den er seit acht Tagen ausfüllt. Er setzte sich gegen 70 Konkurrenten durch. „Wir sind froh, dass wir ihn bekommen haben“, sagen Speer, Kratz und Nunn unisono. Müssen sie auch. Sie haben ihn ja eingestellt. Lackner ist einer, der sich vor Selbstbewusstsein strotzend präsentiert. „Ich muss niemandem etwas beweisen. Es gibt nicht viele, die inhaltlich an mich rankommen.“ So tritt einer auf, der heumgekommen ist in der Branche, in dessen Vita viele Stationen stehen - darunter die des Tourismusdirektors auf Helgoland. 2007 kehrte er nach fünf Jahren der einzigen deutschen Hochseeinsel den Rücken und stieg bei einer Presseagentur ein. Sein Nachfolger auf Helgoland: in Garmisch-Partenkirchen kein Unbekannter. Klaus Furtmeier erhielt sein Amt. „So schließt sich der Kreis“, meint Speer.

Was kann ein Mann bewegen, der eigentlich einer auf Abruf ist, dessen Zeit begrenzt ist, Dinge anzupacken und umzusetzen? Viel, wenig oder gar nichts? Natürlich viel, wenn es nach Lackner, Speer und Nunn geht. Zum einem hat Lackner Erfahrungen mit einem Konstrukt wie der KEG gesammelt, zum anderen ist er ganz besonders firm, was online-Buchungen angeht. Vor allem in dieser Hinsicht sieht er im Landkreis einen großen Nachholbedarf. Und was passiert in zwei Jahren, wenn Lackner seinen Job ganz besonders gut ausgeübt hat? Muss er auch dann gehen oder darf er zusammen mit Rehm eine Doppelspitze bilden? „Es gibt verschiedene Möglichkeiten“, sagt Speer. „Ich kann nichts ausschließen.“

Peter Reinbold

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