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Olympia 2018: Keine Angst vor dem Bürgerbegehren

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Winterspiele oder nicht? Was die Garmisch-Partenkirchner wollen, könnte sich schon bald herausstellen. © dpa

Garmisch-Partenkirchen – Die Drohung war nicht neu, aber diesmal war sie konkret. Ein Bürgerbegehren gegen die Bewerbung um die Winterspiele 2018 wollen Olympia-Kritiker in Garmisch-Partenkirchen starten – und das schon in den nächsten Tagen.

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Sollten der Drohung diesmal Taten folgen? Noch geben sich die Unterstützer der Bewerbung gelassen, und sie wollen im Falle eines Entscheids kämpfen. „Es wird eine massive Pro-Olympia-Front geben“, kündigte Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid an. Münchens OB Christian Ude erklärte, man brauche sich nicht vor einem Bürgerentscheid zu fürchten. „Es gibt eine deutliche und stabile Mehrheit für Olympia.“

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Die Zuversicht hatte Ude aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap gezogen. Danach sind 60 Prozent der befragten Bayern für Olympische Winterspiele in München, Garmisch-Partenkirchen und am Königssee. 36 Prozent sind dagegen. „So eine breite Mehrheit ist das nicht“, sagte indes der Grünen-Landtagsabgeordnete und Mitbegründer des Netzwerks „NOlympia“, Ludwig Hartmann. Und nicht nur das: Die Zahlen gingen im Vergleich mit früheren Erhebungen sogar eher nach unten. Mit einem Bürgerentscheid werde man endlich sehen, wie groß die Zustimmung in Garmisch-Partenkirchen selbst sei.

Dennoch wissen die Initiatoren eines Begehrens, dass es nicht leicht wird, eine zulässige Fragestellung zu finden. Die Gemeinde hat bereits Garantien abgegeben, die nicht verletzt werden dürfen. Die Kunst wird sein, diese Klippe zu umschiffen – und dennoch ein Stimmungsbild zu erhalten. „Die Juristen sind der Meinung, dass man einen Weg findet“, sagte Hartmann. Sein Kalkül: Bei einem ablehnenden Votum wird sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) am 6. Juli kaum für München als Austragungsort der Spiele 2018 entscheiden.

Auf die Befindlichkeiten vor Ort will man jedenfalls Rücksicht nehmen. Betreiber des Begehrens „wird sicher nicht der Bund Naturschutz sein“, sagte dessen Kreisvorsitzender Axel Doering. Auch nicht die Grünen. Stattdessen ist man mit Bürgern aus Garmisch und Partenkirchen im Gespräch.

Wie berichtet, müssen 1680 Unterschriften von Wahlberechtigten gesammelt werden, damit es zu einem Bürgerentscheid kommt. „Wir nehmen ein mögliches Bürgerbegehren schon ernst“, sagte der Sprecher der Bewerbungsgesellschaft, Jochen Färber. OB Ude warf den Initiatoren unterdessen vor, sie fürchteten im Grunde den Bürgerwillen „wie der Teufel das Weihwasser. Sonst hätten sie das Begehren längst auf den Weg gebracht. „Jetzt“, so Ude, „geht es darum, ein bisschen schlechte Stimmung zu machen.“

Matthias Kristlbauer

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