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Die Werdenfelser Kaserne aus der Vogelperspektive: Gut zu erkennen sind im Norden der Sport- und rechts daneben der Parkplatz, wo das Mediendorf entstehen soll. Foto: Google

Olympische Winterspiele 2018: WG mit 1800 Journalisten

Murnau - Die Pläne für das Mediendorf auf dem Gelände der Werdenfelser Kaserne werden konkreter. Der Bundeswehr-Betrieb soll ungehindert weiterlaufen.

Die rund 1000 Soldaten und Zivilangestellten in der Werdenfelser Kaserne in Murnau dürfen sich vermutlich auf viele neue „Mitbewohner“ freuen, sollten 2018 die Olympischen Winterspiele in den Landkreis kommen. Dann nämlich soll ein Mediendorf für rund 1800 Journalisten aus aller Welt auf dem Bundeswehr-Areal entstehen und - das ist bemerkenswert - der Alltag in der militärischen Einrichtung ohne Behinderung weiterlaufen. „Der Kasernenbetrieb wird nicht gestört. Es gibt keine Verlagerung von Soldaten“, sagt Jochen Färber, Pressesprecher der Bewerbungsgesellschaft. Er ist sich sicher: „Das ist machbar.“

Der Sprecher betont, dass es sich nur um Unterkünfte handle - und nicht um Arbeitsplätze. Diese sollen den Reportern und Kamerateams in Pressezentren direkt vor Ort an den Sportstätten zur Verfügung gestellt werden. Mit einem Shuttlebus-Service werden die Medienleute dorthin gebracht.

Vergangene Woche fand in der Werdenfelser Kaserne ein erstes Gespräch zwischen den Olympia-Planern und Vertretern der Bundeswehr statt. Die Verhandlungen dürften nicht ganz einfach sein. Schließlich müssen bei einer Kaserne erhöhte Sicherheitsbestimmungen beachtet werden. Von der Bundeswehr wird die Frage, ob Militär und Mediendorf überhaupt zusammenpassen, nicht kommentiert. Es stehe noch gar nicht fest, wo und wie die Unterkünfte realisiert werden sollen, erklärt hierzu Marc Cremer, Presseoffizier des in Murnau stationierten Führungsunterstützungsbataillons 293. Letztlich müsse das Verteidigungsministerium entscheiden.

Es ist offenbar im Gespräch, das Mediendorf im nördlichen Bereich des Kasernenareals unterzubringen. Die temporären Bauwerke sollen dort auf dem Sportplatz, dem Parkplatz und auf Freiflächen entstehen. Das Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept der Bewerbung gibt hierfür eine Gesamtfläche von rund fünf Hektar an. Die Lage wäre günstig: Das Mediendorf könnte ohne größeren Aufwand vom eigentlichen Kasernenkomplex abgegrenzt werden und hätte eine separate Zufahrt.

Indessen werden in der Marktgemeinde immer wieder Stimmen laut, die um die Zukunft des Kasernen-Standortes fürchten - nachdem Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) angekündigt hatte, die Bundeswehr umzukrempeln und die Truppenstärke zu reduzieren. Derzeit prüft eine Kommission, wie die Bundeswehr der Zukunft aussehen soll. Ergebnisse werden frühestens Ende des Jahres erwartet. Hinweise, dass Murnau von den Kürzungen betroffen sein könnte, gibt es bislang nicht. (as)

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