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Olympia 2018: Naturschützer kündigen Bürgerbegehren an

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Olympiagegner mit Leib und Seele: Axel Doering. © Schwer

Garmisch-Partenkirchen - Die Entscheidung ist gefallen – und sie ist eine Überraschung: Der Bund Naturschutz hat beschlossen, zeitnah ein Bürgerbegehren gegen Olympia zu starten.

Der Kreis-Vorsitzende des Bundes Naturschutz in Garmisch-Partenkirchen, Axel Doering, wird als Frontmann vorangehen. „Mittlerweile kann ich mir das vorstellen, hätte aber auch kein Problem, wenn es ein anderer macht. Dann müssen aber die Inhalte stimmen.“ Womöglich wird das Bürgerbegehren schon in der kommenden Woche initiiert. Damit soll die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 in München, Garmisch-Partenkirchen und Königssee zu den Akten gelegt werden.

In den vergangenen Wochen und Monaten hatte der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz in Garmisch-Partenkirchen hin und her überlegt und gezögert, neben Stimme auch Gesicht der Olympiagegner zu sein. „Noch vor einem Vierteljahr hätte er gesagt, „ich nicht“. Zu sehr haftete ihm damals noch das Image des Totalverweigerers an, des Mannes, der gegen alles und jedes ist. „Ich hatte Sorge, dass mich manche Leute mit dem Kramertunnel verknüpfen, den wir nie verhindern wollten, wir waren nur für eine andere Trasse.“

Die Bedenken des Försters sind verflogen - auch weil er in Garmisch-Partenkirchen mittlerweile ob seines Kampfes gegen Olympia anders gesehen und anders wahrgenommen wird. Sein Bild hat sich gewandelt. Er habe in diesem Ort „sehr viel hinter sich. Ich bin ja kein heuriger Hase in Naturschutzdingen“. Sehr häufig hat er Gleichgültigkeit und Ablehnung erfahren bei seinen Anliegen. Doch was ihm jetzt entgegenschlägt, ist völlig neu. „Was ich in dem Ausmaß noch nie bemerkt habe, das ist Zuwendung“, sagt er. „Ich habe schon das Gefühl, das ist Widerstand aus dem Mainstream.“ Es scheint, als habe er den Ausweg aus der Ecke des Verhinderers gefunden, in den ihn seine Kritiker gesteckt haben.

Der Popularitätsschub hat Doering in seinem Entschluss bestärkt, ein Bürgerbegehren jetzt in Angriff zu nehmen, obwohl er noch vor wenigen Tagen keinen Zeitdruck verspürt hatte. Die Furcht des Bundes Naturschutz und des Bündnisses NOlympia, das Bürgerbegehren könnte wegen einer angreifbaren Fragestellung und juristischer Winkelzüge von der bayerischen Staatsregierung ausgehebelt werden, hat man beiseite gewischt. „Man muss irgendwann überlegen, ob man sich diesen Spitzfindigkeiten aussetzt. Ich denke, dass ein gewonnenes Bürgerbegehren, auch wenn es dann von irgendjemandem für nicht legal erklärt wird, auch ein Zeichen ist. Dann erkennt man, dass es eine Bewerbung gegen die Menschen hier ist.“

Ein Indiz, dass man erfolgreich sein kann, sieht er in der Stimmung in Garmisch-Partenkirchen und der laufenden Unterschriftenaktion. 3500 bis 4000 Zettel fanden sich bislang in seinem Briefkasten, zudem gingen ihm 1500 online zu. Zwar kann beides nicht für ein Bürgerbegehren verwendet werden, doch Doering ist sich ob dieser Flut der Unterstützung breiter Schichten der Bevölkerung sicher. „Das ist auch ein starkes Signal an das Internationale Olympische Komitee.“ Und auch an die Politik, deren Engagement er als gescheitert betrachtet. „Die Herzen der Menschen, die der Herr Seehofer gewinnen will, die hat er längst verloren.“

Peter Reinbold

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