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Zufriedenes Fazit in Murnau: In der Vorweihnachtszeit lief das Geschäft gut. 

Viele Geschäftsleute fremdeln mit dem Mega-Trend

Online-Handel fordert heimischen Einzelhandel heraus

Der deutsche Einzelhandel hat ein Rekordjahr hinter sich. Doch in den beiden großen Einkaufsorten des Landkreises, Garmisch-Partenkirchen und Murnau, ist die Stimmung durchwachsen.

Die Verbraucher in Deutschland sind in bester Konsumlaune – und lassen die Kassen der Einzelhändler kräftig klingeln. Laut einer aktuellen Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes kam der gesamte Handel im abgelaufenen Jahr auf ein Umsatzplus von 2,8 bis 3,1 Prozent. 2015 war damit das stärkste Geschäftsjahr seit mehr als 20 Jahren.

Haben von der Kauflust auch die Läden hier im Landkreis profitiert? Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Denn für die Region gibt es keine aktuellen, harte Zahlen, nur Stimmungen und Bauchgefühle. Und die fallen im Norden besser aus als im Süden.

Gipfel-Loch: Mehr Polizisten statt Verbraucher in der Fußgängerzone

Die Geschäftsleute in der Garmischer Fußgängerzone haben von einem Rekordjahr nichts gespürt.

In der größten Einkaufsmeile des Landkreises, der Garmischer Fußgängerzone, ist von einer Euphorie nichts zu spüren. „Keiner hat im Vergleich zum Vorjahr ein wahnsinniges Plus gemacht“, resümiert Michaela Nelhiebel, Inhaberin eines Optikergeschäfts und Vorsitzende der Werbegemeinschaft „Garmischer Zentrum“. Der Grund liegt ihrer Meinung nach auf der Hand: die Einbußen im Zuge des G7-Gipfels. Denn während dieser Zeit seien die Hotels voll mit Polizisten gewesen – und nicht mit shoppingfreudigen Touristen. Viele Unternehmer seien froh gewesen, wenn sie die Ausfälle bis zum Jahresende wieder ausgleichen konnten. Auch Nelhiebels Amtskollege Anton Krätz von der Interessengemeinschaft „Partenkirchen erleben“, bleibt mit Blick auf die Daten auf Bundesebene auf dem Teppich: „Solche Steigerungen hatten wir nicht.“

Positiver klingt der Lagebericht aus Murnau: „Ich glaube, dass die meisten zufrieden sind. Wir können ganz gut leben von unseren Geschäften“, meint Angelika Rebholz, die sich als Beisitzerin im Wirtschaftsförderverein engagiert. In der Vorweihnachtszeit sei richtig viel los gewesen. Es zahle sich aus, vermutet Rebholz, dass es im Staffelsee-Ort noch sehr viele kleine, inhabergeführte Geschäfte gibt – und kaum Filialisten. „Das ist individueller“, sagt die Betreiberin einer Parfümerie.

Ein Thema brennt allen auf den Nägeln: der boomende Onlinehandel, der einen maßgeblichen Anteil am deutschlandweiten Rekordumsatz der Branche hat. Denn bei den Versandriesen rollt der Rubel. Die spannende Frage lautet: Können die lokalen Geschäfte ein Stück vom Kuchen abhaben – oder sind sie gegen Amazon, Zalando & Co. chancenlos?

Idee: Online-Plattform für örtliche Geschäfte

Für Murnaus Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger ist die Sache klar: „Kein Einzelhändler kommt am Internet vorbei. Wir müssen auf diesen Zug aufspringen.“ Der Fachmann schätzt, dass bislang nur wenige Prozent aller Murnauer Händler diesen Vertriebsweg nutzen. Seine Idee klingt vielversprechend: eine gemeinsame Online-Plattform der örtlichen Geschäfte, ein „Murnau Shop“.

Doch es gibt auch skeptische Stimmen: Portale im weltweiten Netz seien sicherlich eine „spannende Geschichte“, meint Nelhiebel. Nur koste es sehr viel Geld, diese zu betreiben. Und die Konkurrenz sei hart. „Wie will man werbetechnisch gegen Amazon angehen?“, fragt sich die Geschäftsfrau. Sie verfolgt mit Sorge einen Verbrauchertrend: Im Laden vor Ort wird die Ware begutachten – und anschließend woanders online bestellt.

Wie dem auch sei: Einig sind sich die Befragten in einem zentralen Punkt: Der heimische Einzelhandel müsse sich auf seine Stärken besinnen: die fachkundige Beratung, den Service und das besondere Einkaufserlebnis. Sich auf einen reinen Preiskrieg mit den Großen einzulassen, so der Tenor, wäre aussichtslos.

Andreas Seiler

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