Panne im Computersystem: Bundeszentralamt sendet Briefe an Gestorbene

Ohlstadt - Peinlich: Wegen eines Computerfehlers verschickte das Bundeszentralamt für Steuern nicht nur an die Einwohner in Ohlstadt Post, sondern auch an die Gestorbenen.

Jede in Deutschland gemeldete Person fand in den vergangenen Tagen und Wochen eines der rund 80 Millionen versandten dünnen Kuverts in seinem Briefkasten, in denen den Bürgern eine neue Identifikationsnummer für Steuerzwecke zugeteilt wurde. Doch in der Verwaltungsgemeinschaft bekamen nicht nur die Lebenden Post: Durch einen Computerfehler benachrichtigte die Bundesbehörde auch alle Einwohner, die mittlerweile gestorben sind - mehrere Hundert Menschen seit 1978. Damals hatte man begonnen, die Todesfälle elektronisch zu erfassen.

Ein Zwischenfall, der den Gemeindemitarbeitern sehr unangenehm ist und weshalb sie selbst in die Öffentlichkeit getreten sind. "Es ist wichtig, klarzustellen, dass nicht etwa die Sachbearbeiter des Einwohnermeldeamtes dafür verantwortlich sind", sagt Angelika Mangold. Vielmehr lag der Fehler im System.

Normalerweise werden im Computerprogramm der Verwaltungsgemeinschaft die aktuell in Ohlstadt gemeldeten Bürger erfasst - Verzogene und Gestorbene erhalten eine besondere Kennzeichnung. In diesem Fall allerdings hat das von einer Computerfirma entwickelte Zusatzprogramm den Vermerk übersehen und neben den Daten der Einwohner auch die der Gestorbenen an das Bundesamt in Bonn weitergeleitet.

Pannen dieses Ausmaßes sind dem Bundeszentralamt für Steuern in Bonn nicht bekannt. Nur im norddeutschen Stade seien laut Markus Wetz, Sachbearbeiter in der Pressestelle der Bundesbehörde, bei der Erfassung die Nationalitäten vertauscht worden. "Aber das ist nicht vergleichbar."

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