Möglicher Standort für einen Olympia-Parkplatz: die Landebahn der Segelflieger in Pömetsried, die derzeit gebaut wird. Rund 4000 Autos hätten hier Platz. Foto: Herpen

Parkplätze in Pömetsried und Großweil?

Ohlstadt - Die Verkehrsplaner feilen bereits an einem Konzept für den neuen Olympia-Austragungsort Schwaiganger. Gesucht werden im Umland Flächen für Parkplätze.

Es sollen grüne Olympische Winterspiele 2018 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen werden - mit möglichst wenig Verkehrslärm, Abgasen und Flurschäden. Die Bewerber setzen auf den Schienenverkehr und große Park&Ride-Plätze, um die Besucher mit Shuttle-Bussen zu den Sportstätten zu befördern. Dieses Konzept ist auch für den neuen Standort Schwaiganger vorgesehen. Im Falle eines Zuschlags sollen auf dem weitläufigen Areal des Staatsgestüts die Biathlon- und Langlauf-Wettbewerbe stattfinden.

Jürgen Bühl, Prokurist der Bewerbungsgesellschaft München 2018, spricht von einer „intelligenten Verkehrsplanung“. Daran werde derzeit noch gefeilt. Ziel sei es, möglichst viele Besucher mit Zügen oder Reisebussen ins Blaue Land zu bringen. Der Andrang und das Interesse, die Wettkämpfe vor Ort live mitzuerleben, dürfte enorm sein. „Die Sportstätten sind für 15 000 bis 20 000 Besucher ausgelegt“, berichtet Bühl. Doch trotz aller Bemühungen, umweltschonende Verkehrsmittel zu fördern, rechnet er damit, dass etwa die Hälfte der Olympia-Fans mit dem Auto anreisen wird. Die Privat-Pkw sollen erst gar nicht auf das Gestütsgelände gelangen, sondern in den umliegenden Gemeinden „aufgefangen“ werden. Bühl schätzt den Bedarf an Parkplätzen auf 3000 bis 3500. Hierfür braucht die Bewerbungsgesellschaft Flächen, am besten befestigte, die sie vorübergehend anmieten kann - gegen eine Entschädigung, versteht sich. „Wir sind bereits in Kontakt mit Bürgermeistern“, sagt Bühl. Mit Details hält sich der Chefplaner zurück.

Tagblatt-Recherchen haben ergeben, dass die Bewerbungsgesellschaft zwei mögliche Standorte für Parkplätze ins Auge gefasst hat: zum einen Wiesen an der Autobahnausfahrt Großweil in der Nähe des Gewerbegebiets (vorwiegend zwischen Autobahn und Staatsstraße) und zum zweiten die neue Landebahn der Sportfliegergruppe Werdenfels in Pömetsried.

Die Segelflieger haben bereits Entgegenkommen signalisiert. „Wir sperren uns dem nicht. Es spricht nichts dagegen“, erklärt Vereinschef Herbert Stoess. Im Winter sei ohnehin kein Flugbetrieb. Der Hobby-Pilot hat ausgerechnet, dass auf der Landebahn und den Seitenstreifen rund 4000 Autos Platz finden.

In Großweil stehen Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern - die meisten sind Landwirte - offenbar noch an. Bürgermeister Manfred Sporer (CSU) wurde gebeten, den Kontakt herzustellen. Der Rathaus-Chef steht hinter der Olympia-Idee. „Das ist eine tolle Sache“, sagt er. Sporer geht davon aus, dass sich die Verkehrsbelastung für „seinen“ Ort in Grenzen halten würde. Der Lokalpolitiker spekuliert auf einen „positiven Nebeneffekt“: Die Großweiler Geschäftswelt und Gastronomie könnten seiner Ansicht nach von den Besuchermassen ordentlich profitieren.

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