Wasser, wohin das Auge reicht: Im Gegensatz zu der Bahnstrecke zwischen Oberau und Farchant wird die B 2 zwischen Oberau und dem Autobahnende in Eschenlohe nicht gesperrt. Geschlossen bleibt dagegen der Krausegarten in Mittenwald, wofür Franz Podechtl sorgt. Fotos: Sehr

Pegel steigt und sinkt rasend schnell

Landkreis - Obwohl der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung für die Region herausgegeben hatte, kam der Landkreis mit einem blauen Auge davon. Die Schäden sind dennoch beträchtlich.

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Um 6 Uhr am Donnerstagmorgen erreichte das Hochwasser in weiten Teilen des Landkreises seinen Höhepunkt. Zu diesem Zeitpunkt war Klaus Berier bereits drei Stunden auf den Beinen und verfolgte aufmerksam die Messungen des Hochwassernachrichtendienstes Bayern. „Die Pegelstände hatten die Höchststände zwar noch nicht erreicht“, erklärt der Sachbearbeiter im Katastrophenschutz im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen, „wir wollten aber die Gesamtlage im Überblick behalten, um im Notfall eingreifen zu können.“

Soweit kam es Gott sei Dank nicht. Obwohl der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch eine Unwetterwarnung für die Region herausgegeben hatte, in der „ergiebiger Dauerregen mit bis zu 80 Liter pro Quadratmeter“ prognostiziert wurde, kam der Landkreis mit einem blauen Auge davon. „So schnell die Pegelstände gestiegen sind, so schnell sind sie auch wieder gefallen“, freut sich Heike Lippstreu, die Leiterin des Katastrophenschutzes. Vor diesem Hintergrund konnte der Deutsche Wetterdienst die Unwetterwarnung um 7.35 Uhr am Donnerstagmorgen wieder aufheben. „Damit ist der Einsatz für uns zwar noch nicht beendet“, betont Lippstreu mit Blick auf die stark überwässerten Böden. „Die Tendenz ist aber beruhigend, nachdem sich das Wetter in den kommenden Tagen bessern soll.“

Hangrutsch am Gudiberg

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Hoffentlich, denn obwohl eine Katastrophe ausgeblieben ist, sind die Schäden beträchtlich. Neben den Loisachauen in Murnau war vor allem die B 2 zwischen dem Autobahnende in Eschenlohe und Oberau betroffen. Bis zu zehn Zentimeter Wasser standen auf der Straße, weshalb die Polizei die erlaubte Fahrgeschwindigkeit von 100 auf 50 Stundenkilometer herabsetzte. Die parallel verlaufenden Zuggleise mussten dagegen komplett gesperrt werden.

Hochwasser im Kreis Garmisch-Partenkirchen

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Auch in Oberau selbst hatten die Rettungskräfte alle Hände voll zu tun. Große Mengen Wasser liefen vom Schafkopf über die B 2 auf die Flösserstraße, wo die Freiwillige Feuerwehr Oberau mit 40 Mann das Wasser über den Damm zurück in die Loisach pumpte. Die Gießenbachverbauung hat sich nach Auskunft von Gruppenführer Horst Krammer aber bewährt. Er hofft: „Wenn die Regenfälle aufhören, überstehen wir das Hochwasser relativ unbeschadet.“ Dieser Einschätzung kann sich Herbert Kieweg, Leiter der Polizeistation Oberammergau, nur anschließen. Im Ammertal hat sich die Situation seiner Meinung nach inzwischen entspannt, nachdem die Arme-Seelen-Straße in Oberammergau vorübergehend komplett gesperrt werden musste. Auch die Staatsstraße zwischen Ettal und Graswang und die B 23 an der südlichen Ortseinfahrt von Oberammergau standen teilweise unter Wasser, hier reichte jedoch eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Im Isartal musste die Feuerwehr ebenfalls die Bundesstraße sperren, und zwar auf Höhe Hußlemühle. Ansonsten gab es laut Zweitem Kommandanten Anton Klotz aber „keine dramatischen Einsätze“. (sis)

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