Pfarrer-Notstand: Kaum Bewerber für freie Stellen

Murnau - Die evangelischen Kirchengemeinden im Landkreis Garmisch-Partenkirchen haben zunehmend Probleme, vakante Pfarrerstellen zu besetzen. Für Murnau geht eine längere Durststrecke zu Ende.

"Es gab Zeiten, da hatte man auf eine Stelle 17 Bewerbungen", sagt der für die Region zuständige Dekan Axel Piper aus Weilheim. "Jetzt sind es vielleicht zwei, drei ­ oder auch mal keine."

Murnau bekam die schwierige Personallage in den vergangenen Monate zu spüren: Hier verabschiedete sich zunächst im Frühjahr 2007 Pfarrer Ernst Schwemmer, im Herbst verließ Pfarrerin Christine Jahn den Ort. Seitdem muss vor allem Pfarrerin Simone Feneberg, die nur eine halbe Stelle innehat, mit Unterstützung von Helfern die Arbeit bewältigen. Erst Anfang Februar wird sich die Situation etwas entspannen: Dann tritt Pfarrer Hans-Peter Schäfer die Nachfolge Jahns an. Wann der Schwemmer-Posten besetzt werden kann: "völlig offen", sagt Dekan Piper. In anderen Teilen des Freistaat sei die Lage indes weit problematischer. "In Nordbayern war es immer schwierig, aber im Süden haben sich die Leute bis vor einem Jahr um Stellen gerissen."

Piper glaubt, dass bei dieser Entwicklung unter anderem eine momentan große Unsicherheit unter Pfarrern wegen eines neuen Landesstellenplans, der für 2010 erwartet wird, und die schwindende Motivation, sich zu bewerben, eine Rolle spielen. "Und es hat sich herumgesprochen, dass der Süden nicht nur besonders schön, sondern auch besonders anstrengend mit anspruchsvollen Gemeinden ist", sagt Piper. Er nimmt die Kirche selbst in die Pflicht: Man müsse zu einem Pfarrerbild kommen, bei dem deutlich werde, um was für einen wunderschönen, attraktiven und sicheren Beruf es sich handle.

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