Der „loyale Mitarbeiter“ gehorcht aufs Wort: Diensthundeführerin Gabriele-Tatjana Kostka (l.) mit Alyoscha und Dienststellenleiter Klaus Schürgers (r.). Foto: Jandretzki

Mit dem "Polizei-Kollegen" wird nicht geschmust

Murnau - Er ist ein Partner - doch sie wohnen getrennt von Tisch und Bett: Gabriele-Tatjana Kostka und Alyoscha. Kostka ist die erste Diensthundeführerin im Schutzbereich Weilheim.

„Wir sind ein Team“, sagt Gabriele-Tatjana Kostka, „aber ich bin der Chef, und er ist mein absolut loyaler Mitarbeiter.“ Beziehungsweise: Sie ist die Chefin, und Alyoscha gehorcht ihr aufs Wort.

Kostka hat vor kurzem ihre Stelle als erste Diensthundeführerin in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen angetreten. Die 40-jährige Polizeibeamtin gehört den Operativen Ergänzungsdiensten (OED) in Murnau an, die unter anderem Inspektionen bei besonderen Einsätzen unterstützen – etwa Großveranstaltungen oder Banküberfällen.

Die zehn Diensthundeführer sind mit ihren Tieren beispielsweise an der Suche nach Rauschgift, Waffen, Vermissten oder Sprengstoff beteiligt.

Kostka steht mit ihrem schwarzen, elf Monate alten Alyoscha am Beginn dieser Laufbahn. Die Hohenpeißenbergerin, 1993 bei der Polizei eingestellt, durchläuft zunächst eine mehrmonatige Ausbildung zur Hundeführerin. Alyoscha wird ihr zur Seite stehen – wenn alles nach Plan läuft. Der Schäferhundrüde muss Anfang Februar noch die Ankaufsuntersuchung bestehen, bei der sein Gesundheitszustand überprüft wird.

Für Kostka erfüllt sich ein Berufs-Traum. „Seit ich zum ersten Mal eine Diensthundevorführung in der Ausbildung gesehen habe, bin ich davon fasziniert und habe nur auf eine Möglichkeit gewartet.“ Die ergibt sich nun durch den Ruhestand eines Kollegen. Kostka erhielt einen der Diensthundeführer-Jobs, die „außerordentlich begehrt“ seien, weiß OED-Leiter Klaus Schürgers.“ Bislang kamen im Oberland – anders als etwa im Präsidium München, in Traunstein oder Rosenheim – ausschließlich Männer in diesen Genuss. „Das lag auch daran, dass Bewerberinnen fehlten“, weiß Schürgers. Kostka sei „bei uns Vorreiterin“, müsse aber Gleiches leisten wie Kollegen.

Kostkas Alyoscha wird nach der Basis-Schulung zum Schutzhund als Rauschgifthund ausgebildet und unter anderem bei Durchsuchungen, Verkehrskontrollen und Vermisstensuchen sein trainiertes Näschen beweisen.

Ein Leben ohne Hunde – für Kostka unvorstellbar. „Die gab es immer schon in der Familie“, sagt sie. Alyoscha wohnt auch bei Kostka, die sich rund um die Uhr um ihr Tier kümmert – allerdings nicht als Kuscheltier. Die Rolle des Familienhunds hat ein Yorkshire-Terrier besetzt. Mit Alyoscha, dem „Kollegen“, wird nicht geschmust. Kostka und er wohnen quasi getrennt von Tisch und Bett – sie im Haus, er „draußen im Zwinger“. Ein Diensthund müsse ohne Kinderlärm entspannen und zur Ruhe kommen können, sagt Kostka.

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