Polizeibeamte "Vogel" genannt

Garmisch-Partenkirchen - Urteil am Amtsgericht: Wolfratshauser muss für Beamtenbeleidigung auf der Skipiste 525 Euro zahlen.

ei einem Weltcup-Rennen auf der Kandahar hatte der Skifahrer im vergangenen Februar zwei Polizeibeamte mit "Du" angesprochen. Freilich habe er, so Staatsanwältin Kathrin Kunz in der Anklage, sie nicht nur geduzt, sondern "schleich dich, du Vogel, da könnt' ja jeder kommen" gesagt und die Staatsdiener somit "herabgewürdigt".

Während des Rennens fuhr der sportliche Wolfratshauser selber in der Gegend Ski und musste gegen 13 Uhr die Abfahrt über den unteren Skiweg kreuzen, was dort durch einen Fußgänger-Tunnel möglich ist. Doch zunächst ermahnten ihn gemeindliche Ordner, langsamer zu fahren und die Polizisten, die ihnen als mobile Einsatzkräfte zur Seite standen, forderten ihn schließlich auf, die Ski abzunehmen, um erst nach dem Tunnel weiterzufahren. "Da war er richtig aggressiv", erinnerte sich einer der Beamten. "Immer wieder sagte er: Was willst denn du da, hat der Vogel auch was zu sagen?"

Ganz so sei es nicht gewesen, erklärte der Angeklagte, erstens hätten die zwei Männer bedrohlich gewirkt und zweitens habe er sie nicht als Sicherungspersonal erkennen können. Da sei dann schon "was willst denn du da?" gefallen. "Denn die waren ziemlich rüde zu mir und ich lass' mich doch nicht von irgendjemand anpöbeln. Als sie mir dann ihre Jacken mit der Polizei-Aufschrift zeigten, schaltete ich sofort von ,Du' auf ,Sie' um." Im übrigen sei er es als Sportler gewohnt, dass man sich auf der Skipiste duze, zumindest in Bayern.

Die zwei Polizisten hingegen beteuerten, dass sie der renitente Mann auch nach Zeigen ihrer Dienstausweise noch das eine oder andere Mal geduzt habe, "vielleicht in etwas gemäßigterer Form". Wie ein "gemäßigteres Du" ausgesprochen wird, verrieten sie nicht. Richter Andreas Franck befand daraufhin, dass dieses "Du-Vogel-Delikt" eine ziemlich milde Form der Kränkung darstelle, "es rangiert auf der Skala der Beleidigungs-Möglichkeiten am unteren Ende". Deshalb halbierte er den Strafbefehl über 1050 Euro, gegen den der Wolfratshauser Einspruch erhoben hatte, in seinem Urteil auf moderatere 525 Euro.

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