Porta Claudia: Scharnitzer Bürgermeister beeindruckt Mittenwalder Gemeinderäte

Mittenwald/Scharnitz - Bei einer Ortsbegehung brachte der Scharnitzer Bürgermeister Walter Lechthaler den Mittenwalder Kommunalpolitikern seine Vision näher. Die Nachbarn waren beeindruckt.

Lechthaler will seine Pläne - die ehemalige Festungsanlage aus dem 17. und 18. Jahrhundert am Nadelöhr zwischen der Tiroler Gemeinde und Mittenwald soll wieder auferstehen - vorantreiben: "Viele kennen die gewaltigen Mauern überhaupt nicht", sagt er, "das muss man einfach mal gesehen haben, bevor man weiterdiskutiert."

Und sein Plan ging voll auf. Die Mittenwalder waren begeistert. "Einfach beeindruckend", sagt der Zweite Bürgermeister Georg Gschwendtner. "Ich behaupte einmal, dass ich mich historisch eigentlich ganz gut auskenne in der Region, aber das war mir so nicht bewusst."

Große Teile des massiven rund 500 Meter langen Grenzwalls von der Isar bis zu den Felsabbrüchen am Arnkopf sind noch intakt. Das Problem ist nur: "Sie sind vollkommen zugewachsen", erklärt Lechthaler. Und das soll sich ändern. "So ein Werk hat man selten vor der Haustür. Das wollen wir wieder für alle sichtbar machen."

Eigens dafür haben die Scharnitzer den Verein "Porta Claudia" gegründet, der das Projekt in die Tat umsetzen soll. Vorsitzender Lechthaler freut sich, dass sein Amtskollege Adolf Hornsteiner, genauso wie sein Vorgänger Hermann Salminger, angetan ist von der Idee. Er hat den Posten als Stellvertreter übernommen. Zudem konnte der Verein mit dem Chef des Tourismusverbandes "Olympiaregion Seefeld", Fritz Kaltschmid, einen weiteren Hochkaräter als Vize gewinnen. "Das Ganze ist ja keine Aktion für Scharnitz", betont Lechthaler, "sondern für die gesamte Region."

Vor allem aus touristischer Sicht sei es eine Bereicherung. Und Lechthaler hat auch schon viele Ideen: Auf einem Themenweg mit Schautafeln sollen die Gäste auf historischen Spuren wandern können. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. "Erst einmal müssen wir die Finanzierung auf die Beine stellen." Denn die ist beim besten Willen nicht einfach. Mit vier bis fünf Millionen Euro rechnet er für das Gesamtprojekt.

Für das erste Drittel, dass in Angriff genommen werden soll, "benötigen wir nach jetziger Rechnung 1,2 bis 1,4 Million en Euro." Über die Euregio sollen Fördergelder von der Europäischen Union fließen. "Rund 60 Prozent können dadurch schon gedeckt sein", kalkuliert Lechthaler. Dazu hat das Tiroler Denkmalamt weitere 20 Prozent in Aussicht gestellt, "und Gespräche mit dem Bayerischen Kultusminister Siegfried Schneider sind auch schon ausgemacht." Allerdings erst nach den Landtagswahlen Ende September. "Wenn alles klappt, kommen wir finanziell sicher in einen Bereich, der unsere und Mittenwalds Kasse nicht so arg strapaziert", ist er sicher.

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