Postgebäude als Kulturzentrum?

Murnau - Die Diskussion über die Zukunft des Murnauer Postgebäudes ist um eine mögliche Nutzungsvariante reicher. Vorgeschlagen wird die Schaffung eines Kulturzentrums.

Die Deutsche Post AG verkaufte vergangenes Jahr ein riesiges Immobilienpaket an einen US-Investor – darunter befand sich auch das denkmalgeschützte Murnauer Postgebäude. Die Marktgemeinde nutzte daraufhin ein Vorkaufsrecht, um rückwirkend in den Besitz des Objekts zu kommen. Der „Deal“ scheint zu klappen, offenbar müssen nur noch rechtliche Details geklärt werden. Indessen werden im Ort verschiedene Vorschläge für eine künftige Nutzung des Areals diskutiert: Die Freien Wähler stellten ihre Idee eines Dienstleistungszentrums vor. Der Verein zur Wirtschaftsförderung will ebenfalls ein Konzept erarbeiten, das ein Wohn- und Geschäftshaus vorsieht. Jetzt brachte die SPD eine dritte Variante ins Spiel: Fraktionssprecher Michael Manlik erklärte in der vergangenen Gemeinderatssitzung im Zuge seiner Haushaltsrede, er könne sich auch eine „Unterbringung der Musikschule, des Jugend- und Blasorchesters und der Volkshochschule“ vorstellen. Näheres könne man aber erst besprechen, wenn das Gebäude tatsächlich der Gemeinde gehört.

Ähnliche Überlegungen werden in der Camerloher Musikschule angestellt. Das bestätigt der Leiter der Einrichtung, Thomas Köthe. Er hat die „Zukunftsvision“ eines „musischen Zentrums“, in dem die Camerloher Musikschule und das Jugend- und Blasorchester untergebracht sind. Das Postgebäude mit seiner zentralen Lage und der Nähe zum Kultur- und Tagungszentrum, wo die Schüler regelmäßig auftreten, sei geradezu ideal für einen „großen Wurf“, betont Köthe.

Ein eigenes Musikschulgebäude sei dringend erforderlich. Denn die Einrichtung, die in der Seidl-Grundschule untergebracht ist, stoße an ihre Kapazitätsgrenzen. Man könne gar nicht alle interessierten Kinder aufnehmen, es gebe Wartelisten. Derzeit werden in der Camerloher Musikschule rund 640 Schüler von 32 Lehrkräften unterrichtet.

Für den Fall, dass es mit dem Postgebäude nichts wird, hat Köthe eine Alternative parat: das ehemalige Gemeinde-Krankenhaus. Der Gebäudekomplex, der möglicherweise in den Besitz der Gemeinde zurückgeführt wird, wäre ebenfalls für ein „musisches Zentrum“ geeignet.

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