Die Satellitenaufnahme ist zwar schon ein paar Jahre alt. Doch sie zeigt deutlich Hauptschule und Gymnasium. In der Nähe soll offenbar die Realschule entstehen.  F.: Google
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Die Satellitenaufnahme ist zwar schon ein paar Jahre alt. Doch sie zeigt deutlich Hauptschule und Gymnasium. In der Nähe soll offenbar die Realschule entstehen. F.: Google

Projekt Realschule: Details bleiben unter Verschluss

Murnau - „Top Secret“: Diesen Stempel trägt offenbar der Ordner Realschulneubau in Murnau. Die Kreisräte verstehen die Geheimniskrämerei teilweise, stören sich aber auch daran.

Unter den Kreisräten aus Murnau und Umgebung herrscht Ahnungslosigkeit. Fragt man sie nach dem Stand der Dinge beim geplanten Realschulneubau in Murnau, ist die Antwort stets die gleiche - bei Welf Probst und Ingrid Bässler (beide Freie Wähler) ebenso wie bei Rudolf Kühn (ÖDP) und Michael Manlik (SPD): „Dazu weiß ich gar nichts.“ Selbst Michael Rapp, Bürgermeister der Marktgemeinde und CSU-Parteifreund von Landrat Harald Kühn, habe „keinerlei neue Erkenntnisse“, vermeldet sein Stellvertreter Josef Bierling (CSU). Das aber sei normal: Die Kreisräte haben dem Projekt im März 2010 zugestimmt; jetzt ist der Landkreis am Zug. Mit Grundstücksverhandlungen.

„Sie sind noch nicht abgeschlossen, verlaufen aber konstruktiv“, vermeldet Behörden-Sprecher Albrecht Ott. Insider sagen jedoch: Die Gespräche erweisen sich als schwierig. Die Wunschfläche soll in dem Bereich liegen, in dem sich Hauptschule und Gymnasium befinden. Offiziell wird zu diesem „sehr heiklen Thema“ (auch diese Formulierung gebrauchen die Kreisräte einhellig) Stillschweigen bewahrt. Das Verständnis dafür fällt bei den Politikern unterschiedlich groß aus. Eines fordern alle: In der nächsten Kreistagssitzung müssen Informationen auf den Tisch.

Derzeit kennen die Räte nur den Wunsch, den das Gremium formuliert hat: Der Neubau soll bis 2013 stehen, eine Interimslösung im Schuljahr 2011/12 starten. „Utopisch“ nennt Manlik diese Pläne. Vor allem dann, wenn heuer nicht noch Entscheidendes passiert: Eine Einigung mit den Grundstücksbesitzern müsse gefunden werden, der europaweite Architektenwettbewerb laufen. Laut Ott wird dieser derzeit vorbereitet - mit den Ausschreibungen beginnen kann die Behörde aber wiederum erst nach erfolgreichen Grundstücksverhandlungen.

Doch selbst wenn das alles noch in diesem Jahr klappt: Dass die Realschule wie gewünscht 2013 steht, ist für Manlik unrealistisch. Und zu früh mit einem Provisorium zu starten, um die - „unbestritten große“ - Erwartungshaltung der Eltern nicht zu enttäuschen, hält der Murnauer Lehrer für falsch. „Man kann das über ein, maximal zwei Jahre durchziehen. Drei wären einfach zu viel.“

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