Prozessions-Kreuz gestohlen: Frevel erschüttert Seehausen

Seehausen - Unglaublich: Diebe haben sich an dem berühmten Kreuz in der Seehauser Bucht vergriffen. Es markierte alljährlich eine Station der Fronleichnams-Seeprozession.

"Das ist Wahnsinn", meint Pfarrer Robert Walter fassungslos. Und der Seehauser Kunstschmied Peter Vögele nennt die Tat "völlig unbegreiflich". Sein 2004 gestorbener Vater Xaver Vögele das markante Kreuz mit den flammenähnlichen Enden angefertigt.

Die Täter schlugen wahrscheinlich in der Nacht zum Dienstag zu. Die Murnauer Polizei vermutet, dass die Diebe das geschmiedete Kruzifix eventuell mit einer Flex vom Sockel schnitten, der die etwa 50 Zentimeter hohe und 30 Zentimeter breite, sehr stabile Schmiede-Arbeit aus 30 Millimeter starkem Vierkant-Eisen getragen hat. Vögele nimmt dagegen eher an, dass die Täter das gelockerte Kreuz mit Gewalt herausgerissen haben; eine Flex, argumentiert er, hätte großen Lärm verursacht.

"Es gibt bisher keine Spuren oder Hinweise auf die Diebe", erklärt Inspektions-Chef Joachim Loy, der auf mögliche Zeugen setzt, die das Abflexen oder den Abtransport beobachtet haben könnten (Tel. 0 88 41/6 17 60). Die Polizei suchte den Bereich mit einem Boot ab in der Hoffnung, dass sich die Täter ihrer Beute entledigten - erfolglos.

Bei der Gemeinde überlegt man, die Bucht noch großräumiger überpüfen zu lassen. "Aber man kann nicht den ganzen See absuchen", sagt die Zweite Bürgermeisterin Inge Policzka.

Noch hoffen jedoch alle, dass das Kruzifix wieder auftaucht. Ob im Fall der Fälle ein neues angeschafft wird, "soweit sind unsere Überlegungen nicht gediehen", sagt Policzka. "Aber den ideellen Wert", sagt Policzka, "kann man eh nicht ersetzen."

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