Punktsieg im Preispoker: Gemeinde Krün macht ein Schnäppchen

Krün - Das Krüner Gewerbegebiet ist ein gutes Stück realistischer geworden. Nun hat die Gemeinde das hierzu benötigte 4,3-Hektar-Grundstück erworben. Kaufpreis: 1,68 Millionen Euro.

Diese siebenstellige Summe bedeutet mit anderen Worten: Der Freistaat Bayern hat der Isartal-Kommune die Fläche zwischen den Bundesstraßen 2 und 11 für einen Quadratmeter-Preis von 39,5 Euro überlassen. Ursprünglich hatte das Finanzministerium 150 Euro gefordert. Ein weiterer Etappensieg von Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) und dem Krüner Gemeinderat.

Die Wahrscheinlichkeit, nach Erschließung des Areals die Flächen an heimische Gewerbetreibende für unter 100 Euro pro Quadratmeter weiterzugeben, ist nun durchaus denkbar. "Das ist auch nach wie vor unser erklärtes Ziel", verdeutlicht der Rathauschef.

Finanziert wird der Deal mit dem Freistaat über die Bauland-Entwicklungsgesellschaft Bayern, eine 100-prozentige Tochter der Raiffeisenbanken. Die Vorteile liegen auf der Hand: Erstens belastet das nicht den laufenden Haushalt der mit 2,4 Millionen Euro immer noch hochverschuldeten Gemeinde und zweitens besteht innerhalb der nächsten zehn Jahre keine Rückzahlungspflicht. Selbstverständlich wolle die Kommune die Summe dennoch so schnell wie möglich durch Teilverkäufe zurückerstatten, um die Verzinsung so gering wie möglich zu halten. Kauf-Interessenten gibt es laut Schwarzenberger genug. Er spricht von 15 potenziellen Partnern. Wahrscheinlich werden es sogar noch mehr. "Denn wir sind noch nicht aktiv in die Vermarktung eingetreten."

Gut sieht es auch in punkto "Ausgleichsflächen" aus. Da das künftige Gewerbegebiet bekanntlich als sogenanntes "13d-Gebiet" - also ein streng geschütztes Naturschutzareal - klassifiziert worden ist, fordert der Freistaat für die "zweckentfremdeten" 4,3 Hektar Land das Dreifache an Ersatz - als rund 120 000 Quadratmeter. Und die wurden offenbar in und um Krün inzwischen aufgetrieben.

Grund für den Zweckpessimisten Schwarzenberger, ein Stück optimistischer in die kommenden Verhandlungen mit Anliegern und "Trägern öffentlicher Belange" zu gehen. "Ich glaube, wir stehen knapp vor der Realisierung", lehnt sich der Bürgermeister ungewohnt weit aus dem Fenster. Anders ausgedrückt: Klappt der Rest reibungslos, wird heuer der notwendige Bebauungsplan verabschiedet und anschließend das Grundstück vollends mit Straßen, Strom etc. erschlossen. Der erste Gewerbebetrieb samt Arbeits- und Ausbildungsplätzen, der künftig ordentlich Steuern in die Gemeindekasse zahlt, könnte demnach bereits 2009 ansiedeln. Wer das sein könnte und unter welchen Voraussetzungen, entscheidet der im Mai ins Leben gerufene Wirtschaftsausschuss. Darin haben neben dem Bürgermeister Anneliese Albrecht, Peter Schwarzenberger, Andreas Zick (alle drei CSU), Lothar Ragaller junior (Bürgerliche Wählergemeinschaft) und Ferdinand Glasl (Aktiv für Krün) Sitz und Stimme - und damit viel Einfluss.

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