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Haben sich nichts mehr zu sagen: Ex-SCR-Trainer Zdenek Travnicek und Geschäftsfüher Ralph Bader.

SC Riessersee und Trainer Travnicek gehen getrennte Wege

Garmisch-Partenkirchen - Paukenschlag beim SC Riessersee: Wie der Verein am Donnerstagvormittag bekanntgab, wird der nach der Vertrag von Trainer Zdenek Travnicek nicht verlängert.

Dass es die Spatzen schon von Dächern Garmisch-Partenkirchens gepfiffen haben, das wäre sicher übertrieben. Abgezeichnet hat sich, was gestern Vormittag Realität wurde, in den vergangenen Tagen aber doch: Zdenek Travnicek muss sich nach nur einer Saison beim SC Riessersee wieder einen neuen Job suchen. „Der Vertrag wird nicht verlängert“, verkündet GmbH-Chef Ralph Bader in einer Pressemitteilung. Trotz Klassenerhalts – das Saisonziel wurde erreicht – wird die sportliche Ehe des Eishockey-Trainers mit dem Traditionsverein also nach nur acht Monaten wieder geschieden.

Über die Gründe darf nun eifrig spekuliert werden. Denn viel lassen die beiden Parteien nicht raus. „Wir haben unterschiedliche Meinungen über die weitere Ausrichtung der Mannschaft, Philosophie und Zukunft des Eishockeys in Garmisch-Partenkirchen.“ So lautet die offizielle Begründung, die Manager Bader schriftlich verfasst hat. „Und mehr will ich auch nicht ins Detail gehen“, betont er auf Nachfrage. Auch Travnicek schweigt: „Kein Kommentar.“

Dass es in der Gerüchteküche nun kräftig brodeln wird, ist Bader bewusst. „Mir ist klar, dass es jetzt nach außen wieder so rüberkommt, dass es mit mir Probleme gegeben haben muss, wenn der Trainer nach nur einem Jahr geht. Aber ich bin hier der Mann, der für alles, für die Finanzen und das Sportliche, verantwortlich ist, und daher halte ich auch dafür meinen Kopf dafür hin.“

Unterschiedliche Ansichten also haben Geschäftsführer und Trainer offenbar, wie es weitergehen soll. Meinunsgverschiedenheiten soll es gerade in der Schlussphase der Saison schon gegeben haben, von lautstarken Streitereien im Büro ist die Rede. In wie weit die Überzeugungen nun wirklich differieren können, diese Frage stellt sich definitiv. Travnicek hat bei seinem Antritt und immer wieder während der Runde betont, dass er wisse, wie die Verhältnisse in Garmisch-Partenkirchen sind, dass mit einem kleinen Budget gearbeitet werden müsse, dass das vorrangige Ziel in der 2. Bundesliga nun mal Klassenerhalt heiße. Hat den Coach der Großenwahn befallen? Ein bisschen in diese Richtung scheint es zu gehen – aus Baders Sicht jedenfalls. „Es gibt bei uns einfach Gegebenheiten, die sich nicht von einem aufs andere Jahr verändern“, sagt er. „Es ist schwierig, das einem Trainer begreiflich zu machen, dass er sich damit abfindet.“ Wollte Travnicek den Kurs des SCR nicht mitgehen? „Ich denke, dass er einer ist, der immer weiter, weiter, weiter will.“ Mehr lässt sich der Manager aber nicht entlocken. Nur, dass es keine finanziellen Differenzen gab. Dass einige Spieler – auch namhafte Vertreter aus dem Kader – mit dem auch mal lauteren Umgangston und Stil des Trainers nichts anfangen konnten, will er ebenfalls nicht groß kommentieren. „Es war auf jeden Fall kein Spieler da, der gesagt hat: Ich oder der Trainer.“ Wert legt Bader lediglich darauf, dass „wir ganz friedlich auseinander gegangen sind“.

Gedanken über die Nachfolge Travniceks hat er sich schon gemacht. „Es gibt Ideen, die ich nun zu verwirklichen versuche.“ Namen gibt es dagegen noch nicht. Er will sich Zeit lassen. „Ich werde nicht den Fehler machen und etwas überstürzen.“

Christian Fellner

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