Großen Anklang unter den Zuschauern fand vergangenes Jahr das Pestspiel im Passionstheater, hier mit Andreas Richter, der den Pfarrer spielte. Fotos: Dashuber/MM-Archiv

Rock- und Pop-Stars im Passionstheater?

Oberammergau - Die Gemeinde Oberammergau arbeitet an einem neuen Nutzungskonzept für das Passionstheater ab dem Jahr 2011: Dann soll die historische Freilichtbühne auch für Konzerte und Musicals geöffnet werden.

Das Jetzt ist die Passion. Doch in Oberammergau denkt man auch schon an das Morgen. Nachdem das Passionstheater inzwischen auf der Freilichtbühne überdacht werden kann und die klamme Gemeinde ständig auf der Suche ist nach zusätzlichen Einnahmen, gibt es im Gemeinderat eine klare Mehrheit, das Theater zwischen den Passionsjahren mit passenden Veranstaltungen zu belegen. Auch die Gelben (Freie Wähler) bekennen sich inzwischen dazu, nachdem sie noch vor Jahren eine sehr restriktive Ansicht verfolgt haben, und unter anderem in Mozarts „Zauberflöte“ freimaurerische Ansätze sahen.

Bereits vor einiger Zeit hat der Gemeinderat die Rahmenbedingungen für Veranstaltungen ab 2011 im 4700 Besucher fassenden Passionstheater abgesteckt. Werkleiter Alfons Gerl führte inzwischen mehrere Gespräche mit Veranstaltern und Agenturen. Die Vorgabe: Die Gemeinde tritt hier nicht federführend auf, sondern vermietet das Theater nur. Der Vorteil daran: Das finanzielle Risiko ist gebannt.

Von 2002 bis 2008, von Nabucco bis zu dem Duo Fleming-Villazon, hat die Gemeinde zwar insgesamt einen Gewinn von 440 000 Euro gemacht, doch gerade 2007 (minus 289 000 Euro) und 2008 (minus 118 000 Euro) zählte man gehörig drauf. Dies gilt es für die Zukunft zu vermeiden. Und deswegen verhandelt Werkleiter Alfons Gerl mit kompetenten und zuverlässigen Partnern. Der OT-Chef zum derzeitigen Sachstand: „Es gibt sehrwohl einige ernsthafte Interessenten mit teils klangvollen Namen. Die Verhandlungen laufen noch.“

Näheres könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht preisgeben. Der Schwerpunkt von Veranstaltungen ab 2011 werde sicher, so Gerl, im musikalischen Bereich liegen, denn Theateraufführungen eignen sich nur bedingt auf der großen Bühne. Die Bandbreite vorstellbarer Darbietungen ist vom Gemeinderat großzügig abgesteckt worden, auch Musicals und Konzerte fallen darunter. Dazu der Werkleiter: „Stars wie Neil Diamond, Sting oder Elton John, das ist vom Grundsätzlichen her alles vorstellbar. Ob so etwas realisierbar wäre, ist wiederum eine andere Frage.“

Noch ist offenbar keine Entscheidung gefallen, mit welchem Veranstalter man sich einig wird, doch die Zeit, die drängt. Denn man will auf alle Fälle die Passion auch dazu nutzen, um für die Zeit danach zu werben. „Diese Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen“, so Gerl: „Da kommen, wenn alles gut läuft, 500 000 Besucher, und außerdem sind wir in dieser Zeit überall in den Medien präsent.“ Bis spätestens Ende März müsse ein Verhandlungsergebnis vorliegen, hat sich der Weilheimer zum Ziel gesetzt. Vorher hat noch der Gemeinderat sein O.k. zu geben. Dann können die Stars kommen . . .

Ludwig Hutter

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