Traditionslokal: Die Römerschanz war beliebter Treffpunkt vieler Mittenwalder Vereine. Seit Oktober hat das Gasthaus geschlossen, schon das zweite Mal in kurzer Zeit. foto: kunz

In Römerschanz kochen nur Gerüchte hoch

Mittenwald - Viel Stoff gibt es wieder für die Gerüchteküche um die Römerschanz: Das Tradiitonslokal bleibt wohl vorerst geschlossen. Pächter Wilfried Lischka schein kein Interesse an einer Wiedereröffnung zu haben.

Gemunkelt und vermutet wird derzeit viel in Mittenwald. Im Fokus steht dabei das Gasthaus Römerschanz – mal wieder. Denn bereits nachdem die Besitzerfamilie Bergmeier Ende 2008 Insolvenz anmelden musste, war die Zukunft des Traditionslokals ungewiss.

Nun gibt es wieder viel Raum für Gerüchte. Denn nach nur drei Monaten, nachdem der neue Pächter Wilfried Lischka die Römerschanz übernahm, sperrte er diese Ende Oktober 2009 wieder zu. Das wird wohl auch erst einmal so bleiben. „Herr Lischka hat vor kurzem das Gewerbe abgemeldet“, bestätigt Hermann Baier, Leiter des Ordnungsamtes. „Für ihn hat sich die Sache erledigt.“ Das besagen auch Gerüchte, die im Ort kursieren. Der Pächter wollte sich auf Tagblatt-Nachfrage nicht äußern.

Ein selbstgeschriebener Zettel im Fenster des Lokals besagt, dass Heizprobleme der Grund für die Schließung seien. Auch von den Plänen, das Wirtshaus im Rahmen der Zwangsversteigerung zu erwerben, hat er den Meinungen in Mittenwald zufolge Abstand genommen. „Der Koch in der Römerschanz hat vor Weihnachten kurzfristig eine andere Stelle angenommen“, äußert der Zwangsverwalter des Objektes, Rechtsanwalt Axel vom Brocke, eine Vermutung. „Das war meiner Meinung nach das letztendlich Problem.“ Doch das personelle Risiko könne nicht der Eigentümer, in diesem Fall der Verwalter, tragen. Denn hinter vorgehaltener Hand ist von Streit um den noch laufenden Pachtvertrag die Rede, aus dem Lischka aussteigen wolle. Nach Aussagen seines Rechtsanwalts Dr. Peter Samstag gebe es in der nächsten Woche Gespräche zwischen ihm, Lischka und dem Zwangsverwalter.

Entscheidend für die Zukunft des Wirtshauses ist der 1. März. Dann findet im Amtsgericht Weilheim ab 10.30 Uhr die Zwangsversteigerung statt. Über potenzielle Interessenten konnte der zuständige Rechtspfleger keine Angaben machen, dafür aber zum Wert der 444 Quadratmeter großen Immobilie: 450 000 Euro sind veranschlagt. Ob sich ein Käufer findet, bleibt abzuwarten. Doch Beschreibungen wie „unterdurchschnittliche Wohnlage“ und „maximal durchschnittliche Lage für Gaststättennutzung“ im online verfügbaren Kurzgutachten machen nicht gerade Werbung für das Traditionslokal.

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