Gewählt: Der neue Vorstand der Murnauer SPD besteht aus (v. v. l.) Stefan Bues, Veronika und Heinz Schwerdtfeger, Michael Koppe sowie (h. v. l.) Michael Manlik, Eike Fuhrmann, Elisabeth Hoechner und Claudia Groll-Hoffmann. Foto: roy

Rot-schwarze Koalition "dummes Geschwätz"

Murnau - Die Murnauer SPD hat sich erneut gegen den Vorwurf zur Wehr gesetzt, im Gemeinderat mit der CSU gemeinsame Sache zu machen.

Während die SPD-Fraktion im Murnauer Marktgemeinderat früher als Dauerkritikerin insbesondere der Schwarzen in Erscheinung getreten war, bot sich Beobachtern nach dem Urnengang plötzlich ein komplett anderes Bild. Ein ums andere Mal votierten die Sozialdemokraten in den vergangenen beiden Jahren mit der CSU. Die Genossen schienen die Oppositionsrolle aufgegeben zu haben und eine große Koalition mit der CSU eingegangen zu sein. Das Thema kam bei der SPD-Jahreshauptversammlung auf den Tisch.

„Es ist in den vergangenen zwei Jahren der Eindruck entstanden, dass wir mehr Gemeinsamkeiten mit der CSU haben“, erklärte Fraktionssprecher Michael Manlik. Allerdings werden nach seinen Worten sicher Themen kommen, bei denen die SPD wieder mehr mit den Freien Wählern und der Fraktion ÖDP/Bürgerforum verbinde. „Dann läuft die Linie durch den Gemeinderat wieder anders.“

Das Abstimmungsverhalten der SPD werde je nach Thema variieren, machte auch Gemeinderätin Elisabeth Hoechner deutlich. „Alles andere ist dummes Geschwätz. Wir haben immer noch unseren eigenen Kopf.“ Ohnehin gebe es in der Gemeindeordnung weder den Begriff der Opposition noch den der Koalition.

In Sachen Realschule fand Hoechner, dass sich die Freien Wähler und die ÖDP/Bürgerforum „verzettelt“ hätten. Die Schulreferentin erklärte sich dies damit, dass die beiden Gruppierungen in Sachen bayerischer Bildungspolitik „weniger Erfahrung“ besäßen. Bekanntlich soll in Murnau im Zuge eines Kooperationsmodells mit der Hauptschule eine Realschule angesiedelt werden, allerdings nur für Buben.

Eine klare Absage erteilten die Genossen dagegen dem Projekt Olympia 2018. Mit 15 zu drei Stimmen beschlossen sie folgende Stellungnahme: „Der SPD-Ortsverein spricht sich gegen Olympische Winterspiele in unserem Landkreis aus, weil sie einen massiven Eingriff in die Natur bedeuten und unwägbare finanzielle Lasten nach sich ziehen könnten, die letztlich den Landkreis und damit auch Murnau betreffen.“ Manlik hatte auf diesen Beschluss gedrängt. Wenn der Markt Garmisch-Partenkirchen als finanzkräftigster Ort pleite gehe, „dann ist der ganze Landkreis pleite“, betonte der Fraktionssprecher.

Ortsvorsitzender Stefan Bues wurde wiedergewählt, ansonsten gab es im Vorstand einige Änderungen. Bues’ neuer Stellvertreter ist Michael Manlik, als Kassier fungiert nun Heinz Schwerdtfeger. Er löst Rudi Neudert ab, der nach rekordverdächtigen 44 Jahren nicht mehr für einen Vorstandsposten kandidierte. Schriftführer und Pressesprecher ist Eike Fuhrmann. Elisabeth Hoechner vertritt die Fraktion im Vorstand. Neue Beisitzer sind die ehemalige Peißenberger SPD-Ortsvorsitzende Claudia Groll-Hoffmann, Veronika Schwerdtfeger sowie Michael Koppe.

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