Die Züge aus Innsbruck fahren derzeit regelmäßig mit Verspätung durchs Oberes Isartal. Grund ist der schlechte Zustand der Gleise auf österreichischer Seite. Foto: Thomas Ströter

Schneckentempo auf dem Tiroler Plateau

Oberes Isartal - Bei der Deutschen Bahn muss man immer mit Unpünktlichkeit rechnen. Doch an den Verspätungen zwischen Innsbruck und Garmisch-Partenkirchen sind die österreichischen Kollegen schuld.

Bis Scharnitz läuft alles rund. Doch ab der deutsch-österreichischen Grenze ist die Karwendelbahn, die Bahnverbindung zwischen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck, teilweise nur noch im Bummeltempo unterwegs. Der Grund: Auf Tiroler Seite gibt es derzeit einige sogenannte Langsamfahrstellen, die Verspätungen zur Folge haben. An fünf Stellen sind nur 30 Stundenkilometer möglich, „um die Infrastruktur zu schonen“, erklärt Rene Zumtobel, Sprecher der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB).

Schuld daran ist für Martin Teißl, Sprecher des Tiroler Fahrgastverbandes, der schlechte Zustand der Gleise zwischen Innsbruck und Scharnitz. „Die Instandhaltung wurde in den vergangenen Jahren einfach verschlampt“, ärgert er sich. „Deshalb müssen die Züge jetzt im Schneckentempo schleichen.“ Jeder komme mindestens zehn bis 20 Minuten zu spät an der Grenze an. Auf der kurzen Strecke über Mittenwald und Klais ist das nicht mehr aufzuholen und bringt auch den Fahrplan in Oberbayern durcheinander. „Dafür ist nicht die Deutsche Bahn (DB) verantwortlich, sondern ihre österreichischen Kollregen“, sagt Teißl.

Besonders schlimm findet er es, dass die Unregelmäßigkeiten im Fahrplan für einige Reisende gravierende Auswirkungen haben. „Wenn man den Anschluss an die Außerfernbahn nach Reutte verpasst, dann muss man in Garmisch-Partenkirchen fast zwei Stunden warten.“

Das sei aber nur die Ausnahme, entgegnet ÖBB-Sprecher Zumtobel. „In der Regel sind die Züge fünf bis sieben Miunten zu spät dran.“ Er stellt aber Verbesserungen in Aussicht. „Eigentlich wolten wir schon im November Schienen austauschen, aber der frühe Wintereinbruch ist dazwischen gekommen.“ Und zur Zeit sei wegen der Kälte nicht an eine Sanierung der Trasse zu denken. Spätestens im Frühjar sind aber an zwei Stellen Arbeiten geplant. „Die restlichen drei werden bis Mitte 2009 renoviert.“

Für die DB ist die momentane Situation „zufriedenstellend“. Man stehe jedoch in Kontakt und versuche eine Lösung zu finden, sagt eine Bahnsprecherin. „Aber es gibt durch den eingleisigen Verkehr nicht viel Spielraum in den Fahrplänen.“

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