Schneekanonen als letzte Rettung

Wallgau - Die künstliche Beschneiung rückt in Wallgau immer näher. Am Donnerstagabend fasste der Gemeinderat hierzu einen Grundsatz-Beschluss.

„Ohne Schnee keine Wintersaison“ lautet die kurze, aber einleuchtende Analyse von Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler. Nicht zuletzt wegen des latenten Schneemangels haben sich zu Jahresbeginn die Gästezahlen (695) gegenüber 2009 (1326) nahezu halbiert. In Übernachtungen ausgedrückt: 8000 statt 10 000.

So kann’s nicht weitergehen, da waren sich am Donnerstagabend alle Gemeinderäte einig. „Wenn wir am Ball bleiben wollen, müssen wir was tun“, forderte etwa Hans Mayr.

Die Tendenz der Volksvertreter geht ganz eindeutig Richtung Kauf beziehungsweise Leasing einer Schneekanone für die Wintersaison 2010/2011. Mit 10:0 Stimmen fasste das Gremium hierzu einen Grundsatz-Beschluss.

Dieser basiert in erster Linie auf den positiven Erfahrungen mit der derzeit angemieteten Schneekanone am Haus des Gastes. Die Maschine kostet bis Februar laut Zahler 1500 Euro, für den Strom müssten pro Stunde zwölf Euro berappt werden. Da das Gerät bisher rund 80 Stunden lief, fallen also zusätzliche Kosten von 960 Euro an. Rechnet man noch den Verbrauch von 1000 Kubikmetern Wasser dazu, kostet das laufende „Experiment“, wie es der Bürgermeister nannte, den Wallgauer Steuerzahler bisher 4900 Euro. Geld, das auf alle Fälle investiert werden sollte. „Oder sollen wir zuschauen, wie rings um uns alle beschneite Loipen haben?“, fragte Sepp Berwein in die Runde. „Ich bin dafür, dass wir schlagkräftig sind!“

Das Ziel des Gemeinderats ist es nun, langlauf-freudigen Gästen bei Schneemangel in den kommenden Weihnachtsferien am Haus des Gastes, an der oberen und unteren Witter sowie auf den Zubringern zum Parkplatz am Finzbach eine perfekt-präparierte Kunstschnee-Loipe zu bieten. Der Bürgermeister wurde damit beauftragt, zu eruieren, welche Kosten beim Kauf oder Leasing einer Schneekanone für die Kommune entstehen.

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