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Informationen gibt es von Geschäftsführer Christian Pietig (l.) und Einrichtungsleiter Martin Herbig.

Antworten auf Fragen der Angehörigen

Zukunft des Seehauses: Noch kein Vertrag mit Landratsamt

Murnau/Seehausen - "Wir stehen noch ganz am Anfang": Christian Pietig von der Sozialservice-Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes berichtet über den aktuellen Stand in Sachen Seehaus als Flüchtlingsunterkunft. 

Die Sorge der Männer und Frauen in der Cafeteria des „Ruhesitzes Staffelsee“ um ihre Angehörigen stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Rund 70 Personen waren zur Infoveranstaltung in die Betreuungseinrichtung der Sozialservice-Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes gekommen. Dabei wurden Einzelheiten über die Umzüge der 27 Senioren vom Seehaus, das zum Verkauf steht, in das Berghaus an der Garhöll bekannt gegeben.

Christian Pietig, Geschäftsführer der Hauptverwaltung für 26 Objekte der Sozialservice-Gesellschaft, nutzte eingangs die Gelegenheit, sich zu entschuldigen. Er hatte bei einer Informationsveranstaltung im Dezember im Seehaus nicht erwähnt, dass dort über 100 Flüchtlinge einziehen sollen: „Vielleicht war das tatsächlich falsch. Aber ich wollte die Dinge trennen“, sagte er. Allerdings gebe es bislang keinen Vertrag mit dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen: „Wir stehen noch ganz am Anfang.“ Durch die Entscheidung der Geschäftsführung, das Seehaus zu veräußern, seien bei dessen Bewohnern Ängste und Unsicherheiten entstanden, bedauerte Pietig. Einen Termin für die Umzüge gebe es nicht und trat damit anders lautenden Gerüchten entgegen. „Endtermin ist dann, wenn wir für alle eine gute Lösung haben.“ In einigen Fällen sei bereits ein guter Konsens mit den vom Umzug Betroffenen erzielt worden, unterstrich Einrichtungsleiter Martin Herber. „Einige wollten ohnehin ins Berghaus umziehen.“ Um die Integration der neuen Bewohner des Berghauses zu erreichen, würden große Anstrengungen unternommen. „Sind denn die Räume frei?“, wollte eine Besucherin wissen. „Oder müssen sich erst einige Leute verabschieden?“, fragte sie mit zynischem Unterton.

„Wir haben für jeden Bewohner des Seehauses Plätze“, suchte Herber sie zu beruhigen. „Wir sind derzeit dabei, alle Zimmer technisch zu überprüfen und zu renovieren.“ Die Räume wiesen denselben Standard auf wie im Seehaus, teilweise sogar einen besseren, weil mit einer kleinen Küche ausgestattet. Der ehemalige Seehauser Gemeinderat Paul Hagl (Freie Wähler) wies darauf hin, dass die Planungshoheit bei der Umnutzung des Seehauses bei der Gemeinde Seehausen liege, während für das Berghaus Murnau zuständig sei. Die Frage, ob die Senioren nach dem Umzug von den gleichen Personen wie bisher betreut würden, konnte Herber bejahen: „Wir müssen sie nur auf verschiedenen Stockwerken verteilen.

In zwei bis drei Wochen beginnen die Umzüge mit jenen Personen, die einen geringen Pflegebedarf haben.“ Auch bat er alle Betroffenen, selbst keine Umzugsfirma zu beauftragen: „Wir holen gerade Angebote externer Firmen ein.“ Die ehemaligen Bewohner des Seehauses würden ihre Mahlzeiten in einem Mehrzweckraum einnehmen, kündigte er an, was auf Zustimmung stieß. Preislich verändere sich bei den Zimmern gar nichts, sagte Herber weiter, auch die Umzüge würde die Sozialservice-Gesellschaft übernehmen.

Die voraussichtliche Stilllegung des Schrägaufzugs zwischen den beiden Gebäuden nach Einzug der Flüchtlinge wurde von mehreren Besuchern bedauert, weil die Bewegungsfreiheit der Berghaus-Bewohner dadurch eingeschränkt werde. Allerdings, erklärte Herber, solle die Anlage nicht zurückgebaut werden.

Heino Herpen

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