Seidl-Villa: Bald ein neuer Eigentümer?

Murnau - Rund 1,42 Millionen Euro hat am Montag die "Blaues Land 1914 GmbH" bei der Zwangsversteigerung der Seidl-Villa in Murnau-Oberried 1 geboten. Ob der Zuschlag erfolgt, ist noch offen.

Der Termin am Weilheimer Vollstreckungsgericht verlief zunächst recht schleppend, doch kurz vor Ablauf der Bieterstunde legte Georg Geith aus Hofheim ein Gebot über eine Million Euro vor. Die Bayerische Hypovereinsbank AG (Unterföhring), eine der Gläubigerinnen des Verfahrens, erhöhte auf 1,2 Millionen Euro, dann brachte die "Blaues Land 1914 GmbH" aus Bad Heilbrunn 1,42 Millionen Euro für das denkmalgeschützte Gebäude ins Spiel, das der bekannte Architekt Emanuel von Seidl 1913/1914 plante und errichtete und das bislang einem älteren Kunstsammler gehört.

Allerdings ist nicht sicher, ob der Zuschlag erteilt wird. Denn zu Beginn hatte Clement Dodell, der Penzberger Rechtsanwalt des Kunstsammlers, beantragt, den Zuschlag zu versagen oder bis zum Tode seines Mandanten auszusetzen. Die Zwangsvollstreckung stellte seiner Meinung nach eine "unzumutbare Härte" dar, "die mit den guten Sitten nicht vereinbar ist". Sein Mandant wohne seit mehr als 40 Jahren mit seiner Frau in der Villa. Dodell verwies auf das hohe Alter des bisherigen Eigentümers und "erhebliche Erkrankungen". Die beiden Gläubigerbanken bestanden allerdings darauf, die Versteigerung durchzuziehen.

Das Gericht hat nun zu entscheiden, ob der Zuschlag versagt beziehungsweise ausgesetzt wird oder ob der Bieter den Zuschlag bekommt. Daher wurde ein gesonderter Termin anberaumt (29. Februar, 10 Uhr). Was die "Blaues Land GmbH" im Fall eines Zuschlags mit der renovierungsbedürftigen Villa plant, bleibt derweil unklar.

Der Verkehrswert des Landhauses, zu dem noch Garagen, ein Pavillon, ein Nebenwohnhaus, Stall, Scheune und eine Landwirtschaftsfläche gehören, war auf rund 2,2 Millionen Euro beziffert worden. In einem Gutachten wurde der Zustand der Villa als "baulich überaltert" eingestuft.

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