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Erstrahlt bald in neuem Glanz: Bei der Renovierung des Eiskellers halfen Bernd Rogge (l.), der Vorsitzende des Förderkreises, und Gärtnermeister Uwe Benn tatkräftig mit.

Tag des offenen Denkmals

Seidls Eiskeller erwartet erste Besucher

Am Sonntag ist Tag des offenen Denkmals – und im Seidlpark in Murnau steht eine besondere Einweihung an: Der historische Eiskeller von 1903 ist fast fertig saniert. 

Landkreis – Endlich ist er fertig, der Eiskeller im Seidlpark in Murnau. Seit 2014 hat der Förderkreis Murnauer Parklandschaft das geschichts–trächtige Gebäude von 1903 renoviert. Nun ist es vollbracht: Am Tag des offenen Denkmals an diesem Sonntag besteht zum ersten Mal die Möglichkeit, den sanierten Eiskeller in Augenschein zu nehmen und sich dessen „Macht und Pracht“ – gemäß dem diesjährigen Motto des bundesweiten Aktionstages – gewahr zu werden. Zwei weitere historische Stätten beteiligen sich in Murnau am Tag des offenen Denkmals 2017: das Rathaus und die Villa Reinherz. Beide Immobilien geben Einblick in Murnaus Vergangenheit und bestechen durch ihre besondere Bauweise – jede auf ihre spezielle Art. 

So unterschiedlich die Denkmäler auch 2017 wieder erscheinen, dazu gehören unter anderem die Olympia-Bobbahn am Riessersee, Schloss Linderhof oder das Walchensee-Kraftwerk, so haben sie doch eines gemeinsam: Sie geben Anlass, sich des baukulturellen Erbes des Landkreises zu erinnern. Und dies ist ab sofort eben auch im Seidlpark möglich. „Wir sind erst fast fertig“, erklärt Dieter Wieland, Ehrenvorsitzender des Förderkreises, den Fortschritt des Projekts. Maler und Elektriker müssen noch ihre Arbeit verrichten, bis der historische Bau von Emanuel von Seidl (1856 bis 1919) komplett renoviert ist. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag wird im Eiskeller eine Vorschau auf die endgültige Ausstellung zu sehen sein. Wohl ab Ende des Jahres, wenn auch der Innenbereich des Seidlbaus vollendet ist, dienen die Räumlichkeiten dann dauerhaft als Museum. Es werden historische Methoden des Kühlens von Lebensmitteln veranschaulicht, Besucher erfahren Details über die Geschichte des Seidlparks und das Leben seines kreativen Schöpfers Seidl. Insgesamt neun Jahre hat der Verein den Seidlpark auf Vordermann gebracht, seit 2014 den Eiskeller. „Um den Erhalt des Bauwerks gekämpft zu haben, war richtig“, meint Wieland. Zur Erinnerung: Ende 2013 beabsichtigte die Marktgemeinde, das Objekt abzureißen. Viel zu viel ist in den Augen Wielands schon aus dem Murnauer Ortskern verschwunden. Unterstützung hatte der Förderkreis von vielerlei Seiten. „Wir sind im Verein mit Handwerkern gesegnet“, sagt der Ehrenvorsitzende. Gärtner Uwe Benn übernahm die Pflasterarbeiten, Schmied Peter Voegele ließ das Eingangstor in neuem Glanz erstrahlen – nur ein Bruchteil der ehrenamtlichen Arbeit, die dem Projekt Eiskeller zu Gute kam. Sogar einige Schüler des Staffelsee-Gymnasiums beteiligten sich an der Renovierung. Fleißige Hände allein reichen selbstverständlich nicht aus.

Die etwa 83 000 Euro, die Vorsitzender Bernd Rogge Anfang 2017 für die Sanierung veranschlagt hat, gingen größtenteils über Spenden ein. Wieland ist dankbar für die Großzügigkeit von Privatpersonen und Gönnern der Murnauer Geschäftswelt. Die Summe reichte aus. „Ein wenig ist sogar für die Inneneinrichtung des Museums übrig.“ Trotz des bedingt fertigen Zustands ist der Stolz bereits groß. „Es war sehr viel Aufwand“, räumt Wieland ein. „Aber es ist ein Juwel geworden.“

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