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Der angeklagte Mönch wurde wegen Verdacht auf Missbrauch bereits versetzt.

Sexueller Missbrauch: Wieder Mönch aus Ettal angeklagt

Ettal - Die Staatsanwaltschaft München hat Anklage gegen einen Mönch des Benediktinerklosters Ettal erhoben. Ihm wird sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Sein Verhalten hatte bereits Folgen.

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Die Staatsanwaltschaft München hat einen Mönch des oberbayerischen Benediktinerklosters Ettal wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt. “Wir haben Anklage erhoben in einem Fall“, bestätigte Oberstaatsanwältin Andrea Titz einen Bericht der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). “Der Tatvorwurf betrifft im Kern den sexuellen Missbrauch von Kindern.“ Es gehe um mehrere Fälle. Der Pater habe die Vorwürfe bisher bestritten. Das Gericht muss die Anklage noch zur Hauptverhandlung zulassen. “Es wird sicher mehrere Monate in Anspruch nehmen, bis das Gericht die Hauptverhandlung durchführt.“

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Es ist laut Titz der erste Fall aus Ettal, der vor Gericht verhandelt wird. In mindestens einem anderen Fall habe ein Beschuldigter aus dem Kloster einen Strafbefehl wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften erhalten. Er nahm die Strafe an. Weitere Fälle aus Ettal seien derzeit nicht anhängig, sagte Titz. “Zumindest liegt uns im Moment nichts mehr vor, was nicht verjährt ist.“

Der nun angeklagte Pater sei bis Mai 2005 in Ettal gewesen. Dem Zeitungsbericht zufolge wurde er anschließend nach Sachsen versetzt. Demnach war der Geistliche während seiner Tätigkeit im Kloster Ettal in den Verdacht sexueller Verfehlungen geraten und daraufhin versetzt worden. Im sächsischen Wechselburg befindet sich eine zur Abtei Ettal gehörende Niederlassung der Benediktiner. Dort hatte der Mann wieder mit Kindern und Jugendlichen zu tun.

Im vergangenen Jahr waren die teils sehr lange zurückliegenden Vorwürfe gegen Patres und andere Beschäftigte in Ettal bekanntgeworden. Sexuelle Übergriffe und Prügelattacken sollen jahrzehntelang zum Alltag hinter den Internatsmauern gehört haben.

dpa

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