"Silvester-Rambos" kommen mit blauem Auge davon

Garmisch-Partenkirchen - Wegen Raub und Körperverletzung standen die beiden Garmisch-Partenkirchner vor Gericht. Beide wurden "nur" zu einer Bewährungsstrafe verurteilt

Raub ist ein Verbrechen, das normalerweise mit Gefängnis geahndet wird – und zwar ohne Bewährung. Daher können zwei 26-jährige Garmisch-Partenkirchner dem heimischen Schöffengericht dankbar sein, dass es sie mit „nur“ 18 beziehungsweise 21 Monaten davonkommen ließ – gnädigerweise zur Bewährung ausgesetzt. Obendrein muss jeder eine Geldauflage von 1500 Euro berappen.

Dies alles, obwohl die beiden in der Neujahrsnacht 2008 einen österreichischen Touristen auf besonders fiese Weise behandelt hatten. „Den beiden gefiel nämlich in einer heimischen Disko weder sein Akzent noch die Brille“, erklärte Staatsanwältin Sandra Strohner, „weshalb sie gleich nach dem Jahreswechsel mit ihm Streit begannen und ihn einfach zu Boden stießen“.

Gegen 4.30 Uhr folgte dann die Tat: Der Österreicher wollte zu seinem Auto und auf dem Weg dorthin warf ihn einer der beiden zu Boden und hielt dem bäuchlings im Schnee Liegenden die Arme fest, während ihm der andere den Autoschlüssel und das Portemonnaie raubte. Letzteres mit 85 Euro Inhalt, das sie unter sich aufteilten.

Deshalb kamen laut Auflistung der Anklägerin bei ihm nicht nur Raub, sondern auch vorsätzliche Körperverletzung zusammen. Die Verteidiger Peter Rademacher und Axel vom Brocke räumten namens ihrer Mandanten sämtliche Delikte ein, führten aber eine gesunkene Hemmschwelle durch Alkohol und familiäre Probleme ins Feld.

Richter Paul Georg Pfluger wollte dies jedoch nur teilweise gelten lassen, denn beide hatten zur Tatzeit nicht mehr als 1,2 Promille im Blut: „Sie müssen doch einen Grund dafür haben, dass Sie an Silvester wie Rambo durch Garmisch liefen?“ Doch von den Angeklagten war lediglich zu hören, dass sie „sauer“ auf den Österreicher waren, erst in der Disko, „dann lief er uns draußen wieder über den Weg, da legten wir ihn zu Boden“.

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