Skelett in Eisblöcken aus Moos-Boden geschnitten

Grafenaschau - Das Skelett, das Wanderer im Murnauer Moos entdeckt hatten, wurde am Montag aus dem Boden geschnitten. Die Gebeine stecken in Eisblöcken. Offen bleibt: Wer ist der oder die Tote?

Mit großem Aufwand lief am Montag die Bergung des Skeletts im Murnauer Moos an. Ein Polizeihubschrauber hätte es noch am Nachmittag in einem Bergesack aus dem Moos fliegen sollen, wurde dann aber zu einem Notfall abgezogen.

Die Fracht, die den Beamten der zuständigen Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen noch große Rätsel aufgibt, blieb die Nacht über im Murnauer Moos: zwei große, schwere Eisblöcke, in die Knochen eingefroren sind – ganz offensichtlich Gebeine eines Mannes oder einer Frau. „Es scheint sich um ein menschliches Skelett zu handeln“, bestätigt Kripo-Chef Bernhard Hoffmann. Angeblich lasse sich in einem Block auch ein Trägerriemen erkennen, der von einem Rucksack stammen könnte.

Genaueres, sagt Hoffmann, wisse man erst, wenn die Moos-Gebeine aufgetaut sind. Noch bleibt vieles Spekulation.

Wanderer hatten die Knochen am Sonntag bei einer Tour durchs Moos im Bereich von Schwaigen/Grafenaschau entdeckt und die Polizei informiert. Am Montag begann die „sehr schwierige Bergung“. Einsatzkräfte der Murnauer Feuerwehr rückten an und schnitten mit Motorsägen zwei Blöcke aus dem tiefgefrorenen Moosboden, in denen sich die menschlichen Überreste befinden.

Heute wird erneut ein Polizeihubschrauber Kurs aufs Moos nehmen und die Eisbrocken per Bergesack aus dem Gelände auf festen Untergrund fliegen. Ein Gabelstapler soll sie in einen Klein-Lkw hieven, der sie zur Kripo nach Garmisch-Partenkirchen transportiert. „Bei uns lassen wir die Blöcke auftauen“, erklärt Hoffmann.

Liegen die Gebeine blank, können sich die Polizei-Profis ein erstes Bild machen. Danach geht das Skelett erneut auf die Reise. Ziel: die Rechtsmedizin in München, in der Fachleute diverse Untersuchungen vornehmen und ein DNA-Muster erstellen, damit die Identität der Moos-Leiche eventuell auf diese Weise geklärt werden kann. Hoffmann ist indes „kein Vermisstenfall bekannt“, der sich direkt im betroffenen Bereich abspielte.

Zudem geht es darum, die Todesursache zu ermitteln. Möglicherweise, sagt Hoffmann, ergäben sich Hinweise auf ein Verbrechen.

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