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Gute Bedingungen auf der Zugspitze: Der Sonnenkarlift nimmt am Samstag Fahrt auf.

Vorerst kein Wintereinbruch zu erwarten

Saisonstart auf der Zugspitze

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Landkreis - 70 Zentimeter Schnee auf knapp 3000 Metern Höhe: Dem Saisonstart auf der Zugspitze steht nichts mehr im Weg. Die Lifte in niedrigeren Lagen sollen vor Weihnachten öffnen.

Sie stehen in den Startlöchern, können sofort loslegen, wenn es die Temperaturen zulassen: die Liftbetreiber im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Vorerst müssen sie sich aber gedulden. Der Wärmeeinbruch dauert – auf alle Fälle bis kommenden Dienstag. Verrückt macht sich Alfred Richter von den Steckenberg-Liften in Unterammergau deshalb nicht. „Ich sehe das ganz entspannt.“ Deshalb wartet er ab, bis das Thermometer wieder Minusgrade anzeigt, und wirft erst dann die Schneekanonen an.

Die weiße Pracht, die Ende November vom Himmel gefallen war, fiel derweil großteils den Plusgraden zum Opfer. Nur auf der Zugspitze hielt sich der Schnee. „Aktuell sind es 70 Zentimeter“, sagt Verena Lothes, Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Somit steht einem Saisonstart am Freitag, 4. Dezember, nichts im Weg. „Die Kollegen waren in den vergangenen Tagen schwer am Vorbereiten und sind es noch.“ Mit den beiden Gletscherliften und einer Rodelbahn am Platt beginnt das Wintervergnügen. Doch bereits am Samstag, 5. Dezember, nimmt auch der Sonnenkarlift Fahrt auf. „Dann öffnen wir eine Piste ins Weiße Tal und die kleine Sonnkar-Abfahrt“, kündigt Lothes an. Für den Einkehrschwung empfiehlt sie den Brettlfans den Christkindlmarkt auf Deutschlands höchstem Berg, der am Wochenende von 10 bis 16 Uhr auf der Terrasse des Sonnalpin stattfindet.

Von Bedingungen, wie sie auf knapp 3000 Metern Höhe herrschen, können die Liftbetreiber in den niedrigen Lagen nur träumen. „Im Skigebiet Garmisch-Classic haben wir den Regen und die warmen Temperaturen schon gespürt“, betont Lothes. Daran, zwei Wochen vor Weihnachten zu starten, hält das Unternehmen trotzdem fest. „Mit welchen Anlagen, können wir aber noch nicht sagen.“

Beschneit haben die BZB-Mitarbeiter im Bereich zwischen Hausberg und Osterfelder schon kräftig – allerdings nicht flächig, sondern punktuell. Das heißt, sie haben Depots angelegt, um den Schnee dann entsprechend zu verteilen. Ähnlich handhabt es die AktivArena am Kolben GmbH & Co. KG: „Die Haufen, die wir vorbereitet haben, halten recht gut“, bestätigt Geschäftsführer Klement Fend. Um freilich zum vierten Advents-Wochenende öffnen zu können, „brauchen wir noch Naturschnee“. Damit spricht er Klaus Wurmer, Geschäftsführer der Luttenseelifte in Mittenwald, aus der Seele. „Unsere Depots tasten wir nicht an. Wir können derzeit nur abwarten.“ Vom Wärmeeinbruch lässt sich der Unternehmer jedoch nicht frustrieren: „Das Wetter soll sich jetzt austoben, damit wir dann zu Weihnachten gute Bedingungen haben“, sagt er schmunzelnd. In der Hand hat’s natürlich keiner der Liftbetreiber, schließlich arbeiten sie alle in der Natur und hängen entscheidend von ihr ab. Die Hoffnung, den Wintersportlern zum Fest beste Bedingungen bescheren zu können, haben sie aber alle.

Wetterprognose: Zunächst bleibt's warm

Wenig Hoffnung macht Norbert Stadler von der Wetterwarte Garmisch-Partenkirchen/Zugspitze den Liftbetreibern im Landkreis: „Bis kommenden Dienstag bleibt’s warm“, kündigt der Experte an. Das heißt fürs Tal erwartet er 12 bis 14, auf etwa 2000 Meter noch 6 bis 7 und auf der Zugspitze plus 1 Grad. Während es im Alpenraum bei diesen Temperaturen zwar „wunderschön ist, mit einer Ausnahme am Freitag, wo möglicherweise ein paar Wolken durchziehen“, deutet die Prognose ab Oberau/Eschenlohe und höchstwahrscheinlich auch im Ammertal auf Nebel hin – bis auf 1200 oder 1300 Meter. „Das kann natürlich schwanken, wenn Wind aufkommt.“ Blickt er in alte Aufzeichnungen, so ist klar, dass diese Wetterlage nicht ungewöhnlich ist. Nachdem es in den vergangenen Jahren häufig Anfang Dezember sehr kalt war, dann aber um Weihnachten ein Föhn-Einbruch kam, hofft der Wetterbeobachter heuer auf den umgekehrten Effekt, das heißt weiße Feiertage.

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