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Ein Skifahrer-Tunnel an der Zugspitze

Garmisch-Partenkirchen/Ehrwald - Die Zugspitz-Region will für die Skifahrer attraktiver werden. Vor allem die Bergbahn-Bosse haben spektakuläre Pläne in der Schublade. Sie träumen von einer neuen bayerisch-tiroler Skischaukel. Der Clou dabei: ein Skitunnel vom Zugspitzplatt zur Ehrwalder Alm.

Sehr schneesicher, Traumpanorama, und breite, familienfreundliche Pisten: Grundsätzlich geizt das Gletscherskigebiet an der Zugspitze nicht mit seinen Reizen. Aber in den Augen vieler Wintersportler hat es auch einen Makel: keine einzige Talabfahrt. Doch wenn es nach Franz Dengg geht, wird es in näherer Zukunft eine geben - und die soll mitten durch den wilden Wettersteinfels führen: Der Chef der Tiroler Zugspitzbahn hat „grobe Berechnungen“ für einen Skitunnel vom Platt hinunter zur Ehrwalder Alm anstellen lassen. Und er hat noch ein weiteres Projekt vor Augen: eine neue, oberirdische Bahn, die die Brettlfans wieder hinauf zum Startpunkt gondelt.

Visionär Dengg zur „tz“: „Wir könnten so mit relativ geringen Eingriffen in die Natur eines der größten und schönsten Skigebiete in der weiteren Umgebung schaffen.“

Die Röhre soll vom Wetterwandeck (siehe Karte) bis ins Skigebiet der Ehrwalder Alm führen. 795 Meter lang, zehn Meter breit, mit einem Gefälle von 8,5 Prozent. So flach eben, dass auch schwächere Skifahrer oder kleine Kinder gut hindurchkurven könnten und eine Unfallbergung per Akia (Rettungsschlitten) problemlos möglich wäre. Von der Einfahrt bis zum unteren Tunnelportal in der Nähe des Issentalkopfs auf etwa 2100 Metern müssten die Skifahrer etwa 500 Höhenmeter bewältigen.

Die Baukosten beziffert der Bergbahn-Boss auf rund sechs Millionen Euro. Gut investiertes Geld, wie Dengg findet: „Davon würde die gesamte Region profitieren.“

Modernes Europa statt Klein-Klein - der Tiroler Unternehmer hofft jetzt darauf, dass seine bayerischen Nachbarn in diesem Sommer den werbewirksamen Olympia-Zuschlag bekommen. Denn die Winterspiele 2018 würden der gesamten Region mehr Urlaubsgäste bescheren. „Dieser Schub wäre die Voraussetzung dafür, den Tunnelplan umzusetzen“, sagte Dengg der. Und natürlich hofft er auch auf die Zustimmung der Naturschützer. Sie zu überzeugen, wird nicht leicht werden. So kommentierte der Garmisch-Partenkirchner Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Axel Doering, den Plan skeptisch: „Wir wollen zwar generell unsere Landschaft nicht unter eine Käseglocke stellen, aber ganz sicher auch keinen grenzenlosen Ballermann-Tourismus.“

Bei seinem bayerischen Kollegen rennt Dengg mit seinem Tunnel dagegen offene Türen ein. Zwar rechnet auch Peter Huber, Chef der bayerischen Zugspitzbahn, mit Widerstand gegen die Erschließungspläne. Aber es lohne sich, für solche Visionen zu kämpfen: „Als Neuschwanstein oder der Eifelturm geschaffen worden sind, haben viele die Erbauer für verrückt erklärt“, sagt Huber. „Und heute ist jeder froh, dass diese Wahrzeichen da sind.“ Auch sein Kollege Dengg will sich nicht beirren lassen: „Ich werde beim Tunnelplan nicht aufgeben.“

Andreas Beez

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