Mit Sonnenenergie Geld verdienen

Murnau - In Zeiten steigender Heizöl- und Strompreise boomen Solaranlagen. Nicht nur Privatpersonen, auch die Gemeinde Murnau setzt auf die (kostenlose) Kraft der Sonne.

Einer, für den sich die Sonnenenergie tagtäglich positiv auf seinen Geldbeutel auswirkt, ist Dr. Rudolf Nützel. Der Chef der hiesigen Ortsgruppe des Bund Naturschutz hat Mitte August 2006 auf dem Dach seines Einfamilienhauses in Riedhausen eine große Photovoltaikanlage mit 24 Modulen und 40 Quadratmetern Fläche installiert. Stolz berichtet er, dass die Anlage seitdem, rund 10 500 Kilowattstunden Strom erzeugt hat, der über einen Zähler ins Netz des hiesigen Netzbetreibers fließt. Das ist mehr als das Doppelte, was ein Vierpersonenhaushalt statisch jährlich verbraucht (4500 Kilowattstunden) - und es ist wesentlich mehr als die vierköpfige Familie Nützel an Strom aus dem Netz bezieht.

"Anfangs habe ich täglich den Einspeisezähler abgelesen", schmunzelt der Familienvater und fügt hinzu: "Ich kann diese Technik nur jedem empfehlen. Damit kann jeder Häuslebesitzer einen Beitrag zum Klimaschutz leisten." Stromproduzent Nützel rechnet aus, dass sich seine Anlage in zwölf bis 15 Jahren refinanziert hat.

Dass sich mit der Sonnenenergie Geld verdienen kann, weiß auch Uwe Kroeker. Er sucht laufend geeignete Dächer. Der Murnauer Solarberater gibt nicht nur Hausbesitzern kostenlos Tipps in Sachen Sonnenenergienutzung. Er vermittelt auch Dachflächen an Investoren. "Das bietet sich vor allem für Landwirte mit großen Dächern an, die eine solche Investition selbst nicht stemmen können", erläutert er. Der Investor pachtet die Dachfläche für eine Laufzeit von 20 Jahren, installiert dort eine Photovoltaikanlage - und der Hausbesitzer erhält eine gute Pacht. Dank neuester Technik seien heute fast alle Dächer geeignet, sagt Kroeker. Dachbesitzer und Investoren könnten sogar über Dachbörsen im Internet zusammenfinden.

Auch die Gemeinde Murnau ist bereits in die alternative Stromerzeugung eingestiegen. Zwischen 2003 bis 2005 wurden auf sieben gemeindeeigenen Dächern wie der Kläranlage, der Feuerwehr oder der Grundschule am Mayr-Grazweg Photovoltaikanlagen installiert. Die Investition hierfür betrug eine Million Euro, berichtet Wilhelm Müller, Leiter der Gemeindewerke. Geld, das gut angelegt ist, denn die Bilanz kann sich sehen lassen. Auf einer Fläche von 2 276 Quadratmetern - das entspricht ungefähr dem Drittel eines Fußballplatzes - wurden im Jahr 2006 insgesamt 166 100 Kilowattstunden Strom erzeugt. Damit könnten 37 Vierpersonen-Haushalte ein Jahr lang versorgt werden. Mit dem Solarstrom hat die Gemeinde 113 Tonnen Kohlendioxid eingespart und einen Gewinn von immerhin 13 649 Euro erwirtschaftet. Aber auch die Warmwasserbereitung mittels Solarthermie ist ein Thema im Rahmen des Energieprogramms "European Energy Award". Laut Müller plant die Gemeinde, noch in diesem Jahr eine erste Anlage zu errichten. Jede Nutzung von Sonnenenergie, ob von Privat, Landwirten oder der Gemeinde, bringen Punkte in der Solarbundesliga. Dort sind die erfolgreichsten Gemeinden in Sachen Solarsport gelistet. Derzeit liegt Murnau an 297. Stelle und Riegsee sogar auf Platz 89.

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