Eine Simulation der Aussichtsplattform.

Alpspitze: Diskussion um neue Aussichtsplattformen

Garmisch-Partenkirchen - Das Juwel des Werdenfelser Landes, die Alpspitze, soll noch stärker strahlen: Im Mittelpunkt des Konzepts stehen zwei Aussichtsplattformen. Darüber ist jetzt eine Diskussion entbrannt.

Der Weg auf den beiden Aussichtsplattformen ist wahrlich nichts für schwache Nerven: Über dem Abgrund, ganz ähnlich dem berühmten Skywalk am Grand Canyon, sollen die Rampen aus einer Metallkonstruktion im Bereich des Osterfelderkopfs 13 Meter ins Nichts führen. Der Besucher wandert dabei auf zwei Meter breiten Gittern und Glas: „Da geht’s schon mindestens 1000 Meter in die Tiefe“, verspricht Kommunikations-Managerin der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB), Eva-Maria Greimel. Die Plattform wird auf etwa 2050 Metern Höhe liegen.

Sollen auf der Alpspitze zwei Aussichtsplattformen gebaut werden?

Stimmen Sie rechts in der Voting-Box ab!

Der kaufmännische Vorsitzende Peter Theimer hofft auf ein zügiges und positives Genehmigungsverfahren im Landratsamt und damit auf einen Baubeginn im Juni. Dann könnte die Attraktion im September fertiggestellt sein. Ob die Plattform auch im Winter zu betreten ist, sollen später erste Erfahrungen zeigen. Wie hoch die Kosten liegen, kann Theimer noch nicht beziffern. Das hänge auch davon ab, wie stabil die Felsen sind und wie das Fundament angelegt werden müsse. Er rechnet mit einer sechsstelligen Summe, die die BZB, eine 100-prozentige Tochter der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen, alleine stemmen muss. „Es gibt dafür keine Zuschüsse der öffentlichen Hand“, betont Theimer.

Die Bauarbeiten sind aufwändig. „Ein Teil des Materials wird hochgeflogen werden müssen“, meint der kaufmännische Vorsitzende. Die Ausschreibung richtet sich deswegen an Spezialfirmen.

Die Plattformen sollen den Besuchern nach den Worten von Greimel künftig Blicke eröffnen, die ihnen bislang verwehrt geblieben sind: an einer Rampe zur Zugspitze, an der zweiten ins Höllental und ins bayerische Alpenvorland. Das sei die Grundlage der Überlegungen gewesen, berichtet sie.

In den Genuss der Aussicht sollen auch Familien mit Kinderwagen, Senioren und Rollstuhlfahrer kommen können. Dafür baut die BZB den Weg von der Bergstation am Osterfelderkopf bis zur Aussichtsplattform barrierefrei aus.

Das Vorhaben ist Teil eines neuen touristischen Konzeptes der BZB für die Alpspitze. „Wir wollen dort kein Disneyland und kein Halligalli“, bekräftigt Theimer, aber die Ansprüche der Gäste hätten sich geändert. Natur alleine reiche nun kaum mehr, sagt er, auch wenn das Naturschützer und Bergfreunde wohl anders beurteilen werden. Deshalb habe das Unternehmen Wege gesucht, so Eva-Maria Greimel, „die wunderbare Kulisse einzubinden“ und den Menschen „auf zeitgemäße Weise unsere Natur näherzubringen“. Weitere Schritte könnten ein Gipfel- oder ein Genuss-Erlebnisweg vom Osterfelderkopf über die Hochalm zum Kreuzeck sein. Sportklettersteige im Bereich des Bernadeinkopfes und an den Schöngängen könnten ebenso dazu zählen. „Das ist eines der attraktivsten Klettergebiete und sicher eine Herausforderung für erfahrene und geübte Kletterer“, sagt Theimer. Deshalb sollten dort auch keine Haltepunkte, sondern lediglich Sicherungsseile angebracht werden. „Und die Wanderer könnten den Kletterern gut zuschschauen“, ergänzt Greimel.

In der Zwischenzeit ist eine große Diskussion um das Projekt entbrannt. Schreiben Sie uns im Kommentarfeld unten Ihre Meinung:

von Matthias Holzapfel

Auch interessant

Kommentare