Weg vom Sport, hin zur Natur: Karwendelbahn verpasst sich neues Image

Mittenwald - Ist das Naturerlebnis-Zentrum erst mal fertig, soll der Rubel endlich rollen. Deshalb arbeitet die Mittenwalder Karwendelbahn an einem neuen Image.

Weg vom Sport, hin zur Natur. Mit dieser Marketing-Strategie will die Aktiengesellschaft künftig zusätzliche Kunden gewinnen. ­ Dreieinhalb Stunden, von 14 bis 17.30 Uhr, haben am Donnerstag Aufsichtsrat und Geschäftsführung in der Karwendel-Bergstation mit den Experten der Freisinger Werbeagentur "Imago 87" über ein schlüssiges Konzept diskutiert. "Denn wir wollen ja nicht alleine bei der Eröffnung des Erlebniszentrums da stehen", meint Aufsichtsratsvorsitzender Georg Geiger.

Deshalb, so der Chef der Augsburger Konsortium AG, müsse die PR-Maschinerie bereits im Vorfeld der Eröffnung im Sommer auf Hochtouren laufen. "Es wird ein harter Weg, aber wir werden ihn schaffen", übte sich Bürgermeister Hermann Salminger bei seiner Neujahrs-Ansprache im Offiziersheim in Zweckoptimismus. Den Rathauschef, der bekanntlich Ende April aus dem Amt und somit auch aus dem Karwendelbahn-Aufsichtsrat scheidet, hat das Marketingkonzept von "Imago 87" restlos glücklich gemacht. "Eine hervorragende Firma", schwärmt Salminger.

Auch auf den versierten Wertpapier-Experten Georg Geiger hat die Präsentation Eindruck gemacht: "Das war wirklich sehr überzeugend." Mehrere Wochen, erzählt der Kaufmännische Vorstand Alois Fichtl hätten sich Imago-Chef Alexander T. Herzog und er über Schwerpunkte der künftigen Öffentlichkeitsarbeit unterhalten. So wurde unter anderem die Idee geboren, weniger die sportliche Seite ­- Freerider im Dammkar - ­ zu betonen als vielmehr den Aspekt Naturerlebnis. "Wir fahren die Leute schließlich in ein Naturschutzgebiet", unterstreicht Fichtl, der im gleichen Atemzug meint: "Wir leben vom Berg- und Talfahrer, der sein Geld in der Gastronomie lässt." Und die sollen noch in viel kürzeren Intervallen aufs Karwendel in über 2200 Metern kommen, ist erst die "Röhre" fertig.

Spricht Salminger von ihr, schwelgt er in Superlativen. Ein Projekt, das seinesgleichen in Europa sucht, sei das Naturerlebniszentrum. Lange aber werde es so nicht mehr heißen, versichert Geiger. Der Name der neuen Attraktion müsse kürzer und knackiger sein. Auch der Punkt Bewirtung wird überdacht. Möglicherweise wird das Bergrestaurant verpachtet. Aber das sei alles noch Zukunftsmusik, meint Fichtl.

Eine Schlüsselrolle nach Eröffnung des Erlebniszenrtums fällt -­ zeitlich befristet ­- auch Kai Elmauer zu. Derzeit noch als "Geldbeschaffer" für die Marktgemeinde unterwegs, soll er demnächst als Koordinator der noch zu gründenden gemeinnützigen Betreibergesellschaft fungieren. Wer wieviele Anteile in dieser GmbH hält, soll zwischen Kommune und Karwendelbahn noch ausgehandelt werden.

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