CSU stellt Anton Kölbl auf

Eschenlohe - Viele hatten damit gerechnet, jetzt ist es offiziell: Der Eschenloher Feuerwehr-Chef Anton Kölbl will Bürgermeister seiner Heimatgemeinde werden. Ihn schickt die CSU ins Rennen.

Lange Zeit hatte die Eschenloher CSU ein Geheimnis daraus gemacht, wer sich aus ihren Reihen bei der Kommunalwahl am 2. März um die Nachfolge von Bürgermeister Peter Stahr (SPD) bewerben soll. Angeblich hatten die beiden Brüder Helmut und Anton Kölbl Interesse an dem Job. In einer nichtöffentlichen Sitzung vergangene Woche trat jetzt jedenfalls Anton Kölbl als einziger Kandidat an und wurde einstimmig gewählt. Helmut Kölbl, der der CSU-Ortsvorsitzende ist, konnte laut einer Pressemitteilung aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Aufstellungsversammlung teilnehmen. Zudem wurden die Gemeinderatskandidaten bestimmt. Anton Kölbls Mitbewerber ist der parteilose Gottfried Höck.

Der selbstständige Schreinermeister Anton Kölbl (verheiratet, zwei Kinder), der seit gut zwei Jahren Mitglied der CSU ist, wirbt für einen "neuen Aufbruch" in der Loisach-Gemeinde. Nach den Hochwasser-Katastrophen 1999 und 2005 seien viele Bewohner frustriert. Es sei kaum mehr investiert worden. Doch jetzt mit der Hochwasserverbauung habe man wieder Entwicklungspotenzial, das genutzt werden müsse, erklärt Kölbl. Hierfür wolle er das Gemeinschaftsgefühl der Eschenloher stärken. "Ich will wieder eine Einheit herstellen", sagt Kölbl. Dann könne man wieder "Kräfte und Energie" freisetzen.

Aufgrund der angespannten Finanzlage der Kommune könne man freilich keine "Luftschlösser" bauen. Aber: "Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos", meint Kölbl. Wie bereits berichtet, ist Eschenlohe überdurchschnittlich hoch verschuldet und muss jetzt auch noch rund 1,2 Millionen Euro für die Finanzierung der Hochwasserverbauung beisteuern. Die Schuldentilgung werde man "vorrangig mit Grundstücksverkäufen" schultern müssen, erklärt Kölbl. Eschenlohe dürfe zu keinem reinen "Schlafdorf" verkommen, sondern müsse die Bereiche Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft und Tourismus in einem vernünftigen Maße verbinden. Die Lage des Dorfs direkt an der Autobahn sei ideal für Investoren. "Von hier aus ist man in einer halben Stunde in München", so Kölbl. Daher müse man auch die großen Projekte für Gewerbe-Ansiedlungen, etwa auf dem Hochtief-Areal, vorantreiben. Zudem gelte es, die restlichen Arbeiten der Hochwasserverbauung fertigzustellen und die überfällige Sanierung des Rathauses anpacken.

Sollte er ehrenamtlicher Bürgermeister von Eschenlohe werden, würde er seinen Betrieb weiterführen, seinen Posten als Feuerwehr-Kommandant allerdings aufgeben, erklärt Kölbl. Natürlich würde er dann als aktiver Feuerwehrmann weiterhin zur Verfügung stehen. Übrigens: Anton Kölbls Frau Eva, die derzeit für die SPD im Gemeinderat sitzt, tritt bei der Kommunalwahl am 2. März nicht mehr an.

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