Streit um geplanten Milchviehstall

Uffing - n Uffing kocht die Volksseele: Ein Landwirt beruft sich auf eine Ausnahmeregelung und will mitten im Landschaftsschutzgebiet "Staffelsee" einen Milchviehstall bauen.

Das besagte Vorhaben, ein Milchviehlaufstall für rund 40 Kühe (plus Nachzucht), soll auf einem etwa 2,3 Hektar großen Grundstück an der Kirchtalstraße entstehen. Mit dem Projekt wollen Elisabeth und Franz Holderied ihren Betrieb von den beengten Verhältnissen in der Ortsmitte in den Außenbereich verlegen. Der Gemeinderat hat bereits mehrheitlich einer entsprechenden Voranfrage zugestimmt.

Doch gegen die Pläne formiert sich Widerstand. Anwohner der Kirchtalstraße haben eine "Schutzgemeinschaft" ins Leben gerufen und bereits rund 180 Unterschriften gegen den Stallbau gesammelt. Das Kirchtal sei seit 1955 ein Landschaftsschutzgebiet und stelle einen wichtigen "Zugang vom Ortszentrum zum Staffelsee-Ufer mit all seinen Freizeit- und Erholungseinrichtungen" dar, betont Elisabeth Scherer, Anliegerin und Mitinitiatorin der Protestbewegung. "Wir alle sind verpflichtet, dieses einmalige Erscheinungsbild für unsere Gemeinde, unsere Gäste sowie für die kommenden Generationen unter allen Umständen zu pflegen und zu bewahren", erklärt die pensionierte Schulrektorin. Die Anlieger befürchten mehr Lärm, eine Geruchsbelästigung und eine Wertminderung ihrer Immobilien, sollte in ihrer Nachbarschaft der landwirtschaftliche Betrieb entstehen. In der "Schutzgemeinschaft Kirchtal" denkt man bereits laut über rechtliche Schritte nach. Scherer betont, dass den Holderieds durchaus alternative Standorte für die Aussiedlung zur Verfügung stünden.

Unterstützung bekommen die Gegner des Bauprojekts von Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU). Auch der Rathauschef kann sich an der Stelle keinen Stall vorstellen. "Ich bin überhaupt nicht begeistert", erklärt er. Und weiter: "Der Stall passt da nicht hin. Das wäre für Uffing eine Katastrophe." Denn sollte der Bau des landwirtschaftlichen Betriebes genehmigt werden, bestünde die Gefahr, dass sich die benachbarten Landwirte auf diesen Bezugsfall berufen und ebenfalls bauen wollen. Dann verliere der Tourismus-Ort Uffing an Attraktivität.

Die Familie Holderied wollte sich zu dem Fall nicht äußern und verwies auf ihre Münchner Anwältin: Margit Waldinger, Spezialistin für Verwaltungsrecht, beruft sich auf das "privilegierte Baurecht", wonach auch im Außenbereich eine Zulassung für landwirtschaftliche Betriebe möglich sei. Diese Ausnahmeregelung treffe im Fall Holderied zu.

Mit Spannung wird in Uffing die Entscheidung des Landratsamtes erwartet. Ob und inwieweit das Vorhaben der Holderieds im Außenbereich als "privilegiert" (bevorzugt) zugelassen werden kann, "lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen", erklärte die Kreisbehörde. Und weiter: "Dies ist erst möglich, wenn dem Landratsamt alle Stellungnahmen der maßgeblichen Fachstellen vorliegen." Ob eine "Privilegierung" vorliegt, hängt von vielen Kriterien ab. Da geht es etwa darum, ob der geplante Bau dem Betrieb wirklich "dient" oder ob dem Ganzen keine öffentlichen Belange entgegen stehen. Eins scheint sicher zu sein: Aufgrund der Nähe zu der bestehenden Bebauung könne das Vorhaben "voraussichtlich nicht aus Gründen des Landschaftsschutzes abgelehnt werden", so das Landratsamt.

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