Ein Stück vom Sparkassen-Gewinn

Murnau - SPD und ÖDP fordern, dass die hiesige Sparkasse einen Teil ihres Gewinns ausschüttet. Rechtlich wäre dies sogar möglich, da Kommunen die Träger des profitablen Geldinstituts sind.

Der Zweckverband "Vereinigte Sparkassen im Landkreis Weilheim" hat vier so genannte Trägerkommunen, denen das Geldinstitut unterm Strich gehört: Weilheim, Murnau, Peißenberg und Penzberg. Dass Politiker gern ein Stückchen vom Sparkasse-Kuchen abhaben wollen, ist nicht verwunderlich. Denn die Bank macht ordentlich Gewinn. 2006 lag dieser bei 4,6 Millionen Euro. Mit diesem Überschuss wird das Eigenkapital aufgestockt, das wiederum unter anderem zur Absicherung der vergebenen Kredite benötigt wird.

Es sei in der Bankenbranche üblich, dass die Besitzer am Gewinn beteiligt werden, argumentieren SPD und ÖDP in ähnlich formulierten Anträgen an den Murnauer Gemeinderat. Schließlich schütteten auch Privat- und Genossenschaftsbanken eine Dividende an die Aktionäre beziehungsweise Anteilseigner aus. Und auch unter den bayerischen Sparkassen gebe es bereits Fälle von Auszahlungen. Die Vereinigten Sparkassen Weilheim erwirtschafteten seit Jahren jährlich über vier Millionen Euro, erklärt SPD-Fraktionschef Michael Manlik. Davon könnten problemlos "Beträge in einem sechs- bis siebenstelligen Bereich an die vier Gemeinden ausgeschüttet werden". Der Sozialdemokrat weiter: "Es verbleiben dann immer noch Millionen für die notwendige Eigenkapitalbildung." Das eingenommene Geld könnte die Marktgemeinde etwa für die Jugendsportförderung und für kulturelle Ereignisse verwenden, schlägt Manlik vor.

Die Sparkasse hält sich in dieser Angelegenheit mit Angaben zurück. Murnaus Bürgermeister Dr. Michael Rapp habe die beiden Anträge an den Verwaltungsrat weitergegeben. Dieses Gremium werde sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema beschäftigen, hieß es auf Tagblatt-Anfrage.

Jede Sparkasse sei autonom und könne einen bestimmten Anteil ihres Gewinns an die kommunalen Eigentümer auszahlen, erklärt Hans Schmid, Sprecher des Sparkassenverbandes Bayern. Dies entscheide der jeweilige Verwaltungsrat. Allerdings kämen solche Ausschüttungen "selten" vor. Ihm seien im vergangenen Jahr lediglich "zwei bis drei" Fälle bekannt -­ bei insgesamt 77 bayerischen Sparkassen. Diese engagierten sich ohnehin sehr stark im sozialen Bereich, etwa mit Spendenaktionen oder Stiftungen, betont Schmid. Es sei wichtig, dass die Gewinne dem Eigenkapital zugeführt werden. Diese Rücklage stärke das Kreditgeschäft und somit die Wirtschaft der Region.

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