Die Kürzungen haben einen bestimmten Grund

Taschengeldkürzungen: Unmut vor dem Landratsamt

Landkreis - Flüchtlinge beschweren sich am Landratsamt über Kürzungen beim Taschengeld. Auch die Polizei ist vorsichtshalber vor Ort. 

Großer Auflauf vor dem Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen. Zahlreiche Asylbewerber – vorrangig Afrikaner – waren am Donnerstagnachmittag auf das Gelände an der Olympiastraße gekommen. Auch die Polizei war mit einigen Einsatzkräften vor Ort und beobachtete den Andrang. Die Behörde hatte sich aufgrund des monatlichen Zahltags zusätzliche Verstärkung geholt. Flüchtlinge aus dem Landkreis holen sich an diesem Tag ihr Taschengeld ab. Für einige fiel es im Dezember um einiges geringer aus, als gewohnt. Und das hat einen bestimmten Grund.

Wie Mitte November bekannt wurde, fand in der Erstaufnahmeeinrichtung des Abrams-Komplex eine Großrazzia statt, bei der herauskam, dass einige Asylbewerber – meist alleinstehende Männer – doppelte Bezüge innerhalb der EU kassiert haben. Aus dieser Erkenntnis heraus wurden nun Konsequenzen gezogen.

Diejenigen, die mehrfach Geld eingenommen hatten, bekamen in diesem Monat statt um die 135 Euro Taschengeld nur 6 Euro. „Darüber wurden sie vorab informiert“, sagt Landratsamtsprecher Stephan Scharf. Da man nicht gewusst habe, wie die Männer reagieren, sei die Polizei präventiv eingeschaltet worden. Einige Flüchtlinge beschwerten sich tatsächlich. Scharf zufolge blieb jedoch alles gesittet, es kam aufgrund des Geldes zu keinerlei Ausschreitungen.

Ein Asylbewerber wurde von den Beamten dennoch kurz in Gewahrsam genommen. Dies hatte nach Scharf aber nichts mit den Zahlungen zu tun. Der Mann war wegen von Unstimmigkeiten bezüglich seiner Papiere ungehalten. Der Asylbewerber sei laut geworden und habe wild gestikuliert. Um die Lage zu entschärfen, musste die Polizei einschreiten.

maw

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