Tiergeschichte mit Happyend: Ungewollte Odyssee des kleinen Artus

Mittenwald - 70 Tage verbrachte ein Jagdterrier im Garmisch-Partenkirchner Tierheim, nachdem er in Mittenwald gefunden wurde. Die Freude war groß, als sein Besitzer ihn wieder aufspürte.

„Wir haben richtig mitgelitten und wussten gar nicht so recht, was wir machen sollten“, erzählt Cordula Unterweger von der Gärtnerei Neuner in Mittenwald. Schon in der Früh hatte sie den Hund bemerkt, der auf dem kalten Boden vor dem Gewächshaus lag, sich kaum bewegte und zitterte. „In der Hoffnung, dass sich jemand meldet, der seinen Hund vermisst, haben wir dann beim Tierschutz, im Tierheim und bei der Polizei angerufen.“ Von alleine sei der kleine Vierbeiner aber nicht weggegangen. „Wir hatten das Gefühl, dass er Kontakt sucht.“

Am Abend kam dann die vorläufige Rettung. Im Tierheim fand der deutsche Jagdterrier eine vorläufige Herberge. Dort wurde der durchfrorene Vierbeiner auch gleich ärztlich behandelt, da seine Pfoten wund gelaufen waren. „Wir waren schon erleichtert. Es war schließlich die Nacht in der es das erste Mal geschneit hat,“ erinnert sich Unterweger noch genau an den 13. November.

Nicht nur in Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen machte der Hund Sorgen, vor allem in Hungerburg oberhalb von Innsbruck muss die Angst um den kleinen Terrier groß gewesen sein. „Als acht Monate alten Welpen habe ich ihn bekommen. Ich war keine Stunde ohne ihn“, verrät der Besitzer Kurt Pröller. „Als Artus am 12. November nicht zurück gekommen ist, habe ich natürlich alles abgesucht. Es hätte ja auch sein können, dass er angefahren wurde.“

Auf die Frage, wie es Artus nach Mittenwald verschlagen habe, gibt es für den passionierten Förster nur eine Antwort: „Er muss gestohlen worden sein. In einer Nacht hätte er niemals die mehr als 40 Kilometer nach Mittenwald laufen können. Dort ist er dann ausgesetzt worden.“

Dass der Innsbrucker Förster seinen treuen Gefährten nun wieder in die Arme schließen konnte, war wohl eher Glück. Bei einer Vorstandssitzung des Jagdterriervereins habe sich ein Mitglied aus dem süddeutschen Raum daran erinnert, dass im Garmisch-Partenkirchner Tierheim so ein Hund sei. „Noch in der Nacht habe ich dort angerufen und die Kennung durchgegeben, die jeder Hund in Tirol hat.“

Als am nächsten Tag klar war, dass „Charly“ eigentlich der schmerzlich vermisste Artus von Kurt Pröller ist, hat sich der Tiroler mit den Unterlagen sofort auf den Weg ins Werdenfelser Land gemacht. „Artus hat mich gleich erkannt, ist aufgesprungen und hat mich abgeschleckt.“

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