Publikumsliebling und Integrationsfigur: Tim Regan spielt eine weitere Saison für den SC Riessersee. foto: bse-press

Torjäger Tim Regan bleibt beim SC Riessersee

Garmisch-Partenkirchen - Endlich ist es klar: Tim Regan stürmt auch in der 2. Liga für den Aufsteiger. Seine beruflichen Pläne stellt der 37-Jährige für Eishockey zurück.

Aus Ralph Baders Stimme klingt eine Mischung aus Freude und Erleichterung als er die frohe Botschaft verkündet. „Tim Regan wird eine weitere Saison bei uns spielen. Darauf haben wir uns am Samstag in einem langen Gespräch geeinigt.“ Damit bleibt dem SC Riessersee, Aufsteiger in die 2. Eishockey-Bundesliga, mit dem 37-jährigen Torjäger der Letzte der großen Drei zumindest noch ein Jahr erhalten. Kapitän Sepp Lehner (39) hat seine Karriere beendet, Andreas Raubal (36) auch. Der eisenharte Verteidiger wird seinem Heimatverein in Zukunft als Assistent von Trainer Marcus Bleicher dienen. „Da wäre es fatal gewesen, wenn jetzt auch noch Regan aufgehört hätte“, sagt der Geschäftsführer der SC Riessersee Eishockey Vermarktungs GmbH. „Er ist Publikumsliebling und eine Integrationsfigur. Wir können auf ihn nicht verzichten. Er ist wichtig“

Lange Zeit hatte es danach ausgeschaut, als müsste sich Bader nach Ersatz für den Amerikaner mit deutschem Pass umsehen. Regan hat in den USA ein Studium in Finanz- und Business-Management abgeschlossen, ehe er sich vor mehr als zehn Jahren in Europa als Eishockey-Profi verdingte. Er war nie ein Spieler, der sich nur auf seinen Sport versteifte, sondern der auch über den Tellerrand hinausblickte und sich Gedanken über die Zeit nach seiner Karriere machte. Nach dem Gewinn der Oberliga-Meisterschaft mit dem SC Riessersee genoss Regan, der in Ohlstadt zu Hause ist, zwei Wochen Urlaub, ließ Seele und Beine baumeln. Danach nahm er eine Angebot, das ihm die Bayerische Landesbank eröffnete, wahr. „Die Bayern LB hat mir die Möglichkeit gegeben reinzuschnuppern. Das war ein gute Erfahrung für mich, weil es eine ganz andere Welt ist.“ Da Einstellungsstopp für externe Bewerber besteht, endet Regans Vertrag mit dem Geldinstitut zum 31. August.

Ab 1. September stellt er seine Arbeitskraft dem SC Riessersee zur Verfügung - voll und ganz. Er weiß, dass er Nachholbedarf hat, weil in den vergangenen Wochen, als seine Teamkameraden im Sommertraining oder auf dem Eis schwitzen, er in München hinter dem Schreibtisch saß und keine Zeit war, die konditionellen Grundlagen für die kommende Zweitliga-Saison zu legen. „Ich werde jetzt Doppelschichten fahren“, sagt er.

Der Ehrgeiz des Außenstürmers - er ist ungebrochen. Selbst die großen Erfolge, die er feierte - mit dem EHC Wolfsburg gewann er die Zweitligameisterschaft und stieg in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) auf -, haben ihn nicht satt gemacht. „Wenn ich die Schlittschuhe am Fuß und den Schläger in der Hand habe, weht ein anderer Wind“, sagt er. Als Führungsspieler wird er in einer Mannschaft, die um den Klassenerhalt kämpfen wird, noch mehr gefragt sein als in der Vergangenheit. Den Frontmann zu geben, damit hat er kein Problem. Da wäre es logisch, wenn er in Zukunft das „C“ als Kapitän auf der Brust tragen würde, wie er es schon in Wolfsburg getan hat. Er drängt sich allerdings nicht danach. „Das ist eine Entscheidung, die Marcus Bleicher fällen muss“, sagt er. „Ich habe allerdings immer Verantwortung übernommen - auf dem Eis und in der Kabine.

Dass der SCR als Zweitliganeuling meist die Rolle des Außenseiters einnehmen wird, stört in nicht. „Als Underdog haben wir uns immer sehr wohl gefühlt. Ich bin mir sicher, dass uns Überraschungen gelingen werden.“ Dazu werden Tore der Marke Regan nötig sein - in der vergangenen Spielzeit waren es immerhin 31. Auch ein Grund, warum Manager Bader über sein Bleiben froh sein dürfte.

Peter Reinbold

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