Urteil am Freitag erwartet

Tourengeher-Streit: Freie Piste für alle?

Garmisch-Partenkirchen/München - Sind Pistensperrungen zulässig? Dürfen Seilbahnbetreiber Tourengeher am Aufstieg hindern? Diskutiert wird seit langem, ein Gerichtsurteil fehlte. Bis jetzt.

Lange hielt sich der Anwalt des Freistaates Bayern und des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen zurück. Doch als sich abzeichnete, dass die Sache nicht im Sinne seiner Mandanten ausgehen könnte, schaltete sich Peter Bachmann ein. Das Urteil hätte „Signalwirkung: Die Tourengeher meinen dann, sie dürfen überall gehen – und werden das auch tun.“

Die Fronten sind denkbar verhärtet. Der Vorsitzende Richter Oswald versuchte es trotzdem mit dem Vorschlag einer „gütlichen Einigung“: Man könnte, wie vom Landratsamt per Bescheid festgelegt, die Sperren bestehen lassen, dafür im Kreuzeck-Gebiet eine Aufstiegsspur über die Olympia-Abfahrt ausweisen. Das fordern die Tourengeher - vor Gericht vertreten unter anderem von Robert Herz und Anton Ernst - seit zwei Jahren. Doch bislang habe kein Gespräch zu einer Lösung geführt, sagte Ernst. Es scheint zu spät für den Kompromiss.

Verlierer dürfte letztlich die Zugspitzbahn sein. „Wir sehen die Probleme“, versicherte Richterin Schretter. Aber: Solche Sperrungen „gibt Artikel 33 nicht her“. Die zentrale Frage sei, fasste Richter Oswald zusammen, ob Pisten als freie Natur gelten. Die BZB verneint das. „Wir“, so Oswald, „neigen deutlich dazu, das zu sagen.“

Am Freitag soll das Urteil fallen.

Katharina Bromberger

Rubriklistenbild: © dpa

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