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Tourismus: Bestes Ergebnis nach einer Passion

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Winteridylle: zwei Langläufer auf der Loipe von Garmisch-Partenkirchen nach Grainau. Die Marktgemeinde verzeichnete 2011 weniger Gäste, aber mehr Übernachtungen und längere Aufenthalte als 2010. © TIMM SCHAMBERGER/DAPD

Garmisch-Partenkirchen – Garmisch-Partenkirchen haben 2011 weniger Gäste besucht als ein Jahr zuvor. Aber diese Urlauber sind geringfügig länger geblieben.

VON MATTHIAS HOLZAPFEL

Den Abwärtstrend bei deutschen Gästen glaubt GaPa-Tourismus gestoppt zu haben.

Zu den wesentlichen Aufgaben eines Tourismusdirektors gehört das Marketing für seinen Ort, auch bei den Zahlen. Selbst wenn sie wenig Anlass zur Freude geben, lässt sich in den Statistiken meist doch etwas Positives finden, das noch als Erfolg vermarktet werden kann. Garmisch-Partenkirchens Tourismusdirektor Peter Ries sprach in der Sitzung des Tourismusausschusses aus voller Überzeugung von einem „Erfolg“, obwohl er bei der ein oder anderen Zahl ein Minus einräumen musste. Denn im Jahr 2011 sind etwa 4,4 Prozent weniger Gäste angekommen als 2010, dem Jahr der Passionsspiele in Oberammergau. Doch Garmisch-Partenkirchen Tourismus zählte ein kleines Plus von 0,1 Prozent bei den Übernachtungen und einen Anstieg bei der Aufenthaltsdauer von 3,4 auf 3,6 Tage. Den Erfolg, von dem Ries sprach, fasste er mit einer historischen Feststellung zusammen: „Ein solch positives Ergebnis in einem Nach-Passions- Jahr hat es noch nie gegeben, da in früheren Jahren die Zahlen immer sehr stark rückläufig waren.“

Zu den Aufgaben des Bayerischen Wirtschaftsministers Martin Zeil (FDP) gehört das Marketing für den Freistaat. Auch er hatte am Donnerstag in München Historisches verkündet: „Mit fast 81 Millionen Übernachtungen haben wir das drittbeste Ergebnis in der Geschichte des Bayerntourismus erzielt.“ Anders aber als in Garmisch-Partenkirchen – mit seinem fast unveränderten Bettenangebot – nahm im gesamten Freistaat die Zahl der Gästeankünfte um 5,6 Prozent, die der Übernachtungen um 4,0 Prozent zu. Die Aufenthaltsdauer lag dort bei 2,7 Tagen.

Ries verglich die Daten von 2011 zudem mit dem Schnitt der Jahre 2005 bis 2010 für Garmisch-Partenkirchen und kam dabei zu einem „sehr erfreulichen“ Ergebnis: Sowohl bei den Ankünften (plus 3,88 Prozent) als auch den Übernachtungen (plus 1,26) habe der Ort zulegen können, „was den positiven Aufwärtstrend im Langzeitvergleich dokumentiert“. Selbst die durchschnittliche Auslastung sowie die Belegtage seien um 1,46 Prozent gestiegen.

Bei den Auslandsmärkten ist die Entwicklung sehr unterschiedlich. Spanien, Finnland, Österreich, Frankreich, Norwegen und Brasilien legten bei den Übernachtungen zu; Russland ist durch den Anstieg inzwischen sogar der zweitstärkste Auslandsmarkt. Hohe Zuwachsraten vermeldet Ries auch für China und Japan. Dagegen sank die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus Belgien, den Niederlanden und Großbritannien; auch der wichtigste Auslandsmarkt, die USA, ist eingebrochen. Hinter dem Gesamtergebnis steht ein Minus, dafür aber blieben die ausländischen Gäste länger.

Die Zahl der Übernachtungen und die Aufenthaltsdauer stiegen bei deutschen Gästen 2011 leicht – „nach rund drei Jahren des ständigen Rückgangs“, erklärte Ries.

Bei den Betrieben verbuchten Berghütten, Ferienwohnungen, Jugendherberge, Privatvermieter und Gästehäuser Zuwächse. Dagegen meldeten Hotels, Hotel garnis, Gasthöfe, der Caravanpark und die Erholungsheime in der Summe schlechtere Ergebnisse.

Dritter Bürgermeister Hannes Krätz (FW) sprach von einer „ganz erfreulichen Entwicklung“. Besonders stellte er den Zuspruch während der jüngsten Faschingsferien heraus, auch wenn die 2012 gezählt werden: „Die Woche lief fast besser als Weihnachten.“ Auf die Frage von Ecko Eichler (FDP), ob es Zeiträume gebe, in denen GaPa-Tourismus die Nachfrage nicht bedienen könne, meinte Ries: „Nur an Silvester, da ist die Nachfrage zehnmal höher als das Angebot.“ Engpässe gebe es an Fasching oder zu den BMW Motorrad Days, „aber das können wir noch händeln“. Anfragen für drei oder vier Luxushotels für Events aber „haben sich für uns gleich erledigt, die haben wir nicht“.

Daten auf einen Blick

Gästeankünfte: 334 164 (- 4,4 Prozent im Vergleich zu 2010); Übernachtungen: 1 198 251 (+ 0,1); Aufenthaltsdauer: 3,6 Tage (2010: 3,4 Tage).

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