Land unter – mal wieder: die Staatsstraße bei Achrain, hier beim extremen Hochwasser 1999. Foto: archiv Herpen

Überflutete Staatsstraße: Keine rasche Lösung in Sicht

Murnau - Die Beteiligten sind sich einig: Die Staatsstraße zwischen der Deponie Schwaiganger und Murnau benötigt dringend einen Hochwasserschutz. Der lässt indes auf sich warten.

Nach heftigen Regenfällen steht die Staatsstraße 2062 bei Achrain immer wieder unter Wasser. Zwischen Sonntag- und Montagvormittag blieb die Strecke, die Murnau mit der Autobahnauffahrt in Großweil verbindet, erneut gesperrt - zum zweiten Mal in diesem Juni.

Das Problem ließe sich lösen, eine Höherlegung der Staatsstraße in diesem Bereich wird seit Jahren diskutiert. Doch Werner Hüntelmann, für den Lankreis zuständiger Sachgebietsleiter am Staatlichen Bauamt Weilheim, stellt klar: „Eine schnelle Lösung wird es sicher nicht geben.“ Er gehe davon aus, dass noch einige Jahre verstreichen werden - wenn das Projekt denn aufgegriffen werde.

Klar ist: Das Bauamt hält diesen Hochwasserschutz für „dringlich“ und meldete ihn für die Neufauflage des bayerischen Staatsstraßen-Ausbauplans an. Die oberste Baubehörde im Freistaat werte die Vorschläge aus. Eine Rolle, sagt Hüntelmann, spiele dabei, „wie hoch die Kosten sind und wie stark der Nutzen ist“.

Beides dürfte im Fall der Staatsstraße 2062 stattlich sein: Zwei bis drei Millionen Euro veranschlagt das Bauamt für das Vorhaben, bei dem die Staatsstraße nach Angaben Hüntelmanns auf rund 600 Metern Länge um rund zwei Meter angehoben wird - in der Moor-Umgebung ein „aufwändiges Verfahren“.

Und doch wichtig: Man versuche, so schnell wie möglich zum Patienten zu gelangen - da seien Umwege wegen überschwemmter Straßen „ärgerlich“, erklärt Christian Fischer, Leiter der BRK-Rettungswache Murnau. Die Einsatzkräfte müssen längere Wege in Kauf nehmen und treffen später bei Erkrankten und Verletzten ein. Besonders problematisch, sagt Fischer, gestalte sich die Lage, wenn neben der Staatsstraße 2062 die B2 bei Ohlstadt gesperrt ist. Für ihn wäre es „wünschenswert“, bliebe zumindest eine der beiden Routen sicher befahrbar.

Genau diese Meinung vertritt Burkhard Schneider, Stationsleiter des ADAC-Rettungshubschraubers Christoph Murnau. Dieser besitzt bei Notfällen an Überschwemmungstagen Brückenfunktion: Er stellt die Versorgung sicher, wenn B2 und Staatsstraße nicht benutzbar sind und die Situation es erfordert. Beim Hochwasser Anfang Juni etwa flog der Helikopter zu einem lebensbedrohlich Erkrankten nach Ohlstadt.

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