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Übergriffe beschädigen Außendarstellung

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Wieder sauber: Maximilian Maier bringt Ga auf Hochglanz. foto: fkn/matt

Garmisch-Partenkirchen - Aktionen von Olympia-Gegnern und -Befürwortern sorgen für Aufregung über alle ideologischen Grenzen hinweg.

Man sorgt sich um jenes Bild, das Garmisch-Partenkirchen derzeit abgibt in Deutschland, Europa und der Welt. Olympia-Gegner und -Befürworter sitzen dabei erstmals in einem Boot. Sie verurteilen einhellig das Beschmieren von Ga und Pa, der Maskottchen für die Alpinen-Skiweltmeisterschaften im kommenden Jahr, und die Beschädigung des Autos von Anna-Maria Reindl, die wie andere Grundstücksbesitzer ihr Flächen nicht für die Olympischen Winterspiele 2018 zur Verfügung stellen will. „Das ist ein Niveau, das schädlich für den Ort ist“, sagt Peter Fischer, als WM-OK-Chef direkt betroffen. „Die Leute, die das verursacht haben, wissen gar, was sie kaputt machen“, mutmaßt Fischer.

Wie sich Garmisch-Partenkirchen präsentiert, bereitet auch Axel Doering Bauchschmerzen. „Die Olympia-Bewerbung schadet dem Ort, das ist unser Problem“, meint der Ortsvorsitzende des Bunds Naturschutz. Die Vorfälle vom Freitag und Samstag vergangener Woche sieht er aber nicht als Beginn einer Spirale der Gewalt oder Eskalation. „Die Auseinandersetzung findet bei uns auf der sachlichen Ebene statt.“ Selten hätten Menschen aus Garmisch und Partenkirchen so häufig miteinander gesprochen. Der Ton, auch zwischen ihm und Bürgermeister Thomas Schmid, der sich derzeit im Urlaub befindet, sei moderat. Dritter Bürgermeister Hannes Krätz, in Schmids Abwesenheit für Olympia zuständig, hofft, dass die Schmierereien und der Angriff auf das Reindl-Auto nicht mehr vorkommen. „Das sind nicht die Mittel, mit denen man sich mit diesem Thema auseinandersetzen sollte.“

Innerhalb der Bewerbungsgesellschaft beschäftigte man sich gestern auf höchster Ebene bei mehreren Treffen ebenfalls mit den Vorfällen in Garmisch-Partenkirchen. „Wir verurteilen diese Aktionen“, teilte Anna Lena Mühlhäuser von der Pressestelle München 2018 mit, „und hoffen, dass so etwas nicht mehr vorkommt.“ Eine Beschädigung der Bewerbung sieht sie aber nicht. In der deutschen Medienlandschaft werden die Vorgänge in Garmisch-Partenkirchen genau beäugt. Überregionale Zeitungen und mehrere TV-Stationen stürzten sich auf das Thema. Einige vermuten wegen die Hitler-Bärtchen, die Ga und Pa über den Mund gepinselt wurden, gar einen rechtsradikalen Hintergrund.

Ein bisschen die Demokratie in Gefahr sieht der Grünen-Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann, einer der schärfsten Kritiker der Olympia-Bewerbung von München mit Garmisch-Partenkirchen und Königssee. „Die Sache mit Frau Reindl macht betroffen. Als ich davon gehört habe, war ich sprachlos.“ Hartmann hat mit Reindl, die er in der Fernseh-Sendung „Münchner Runde“, die sich vor zwei Wochen mit Olympia 2018 beschäftigte, kennengelernt hatte, telefoniert. „So etwas darf einfach nicht passieren. Wir sind doch ein Rechtsstaat. Eine Debatte muss verbal geführt werden und darf nicht auf diese Ebene abgleiten.“

Peter Reinbold

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