Übernachtungs-Sensation: Die Kleinen überholen das große Mittenwald

Oberes Isartal - Sensation im Oberen Isartal: Die beiden kleinen Dörfer Wallgau und Krün haben 2007 Branchenführer Mittenwald bei den Übernachtungen überholt.

Die Statistik spricht wieder mal eine deutliche Sprache: Wallgau (153 541) und Krün (406 000) erreichten 2007 knapp 560 000 Nächtigungen, Mittenwald dagegen nur 535 000. Nun steht es ­ in Prozent ausgedrückt ­ 51:49 für die beiden kleinen Orte des Tourismusverbunds "Alpenwelt Karwendel".

Und das 2000-Seelendorf Krün wird 2009 noch weiter Boden gut machen. Denn heuer werden Schloss Elmau und "Das Kranzbach", die erst Mitte 2007 wieder eröffneten, in der Jahresstatistik vollends zu Buche schlagen. Mit anderen Worten: Dann marschiert Krün auf bis zu 450 000 Übernachtungen zu.

Die Herbergen der gehobenen Klasse ­ Schloss Elmau (fünf Sterne plus), der Alpen-Caravanpark Tennsee (fünf Sterne in der Camping-Kategorie), "Das Kranzbach" (vier Sterne plus), der "Alpenhof" (vier Sterne) und die Drei-Sterne-Hotels "Zum Bad" und "Barmsee" machten in der jüngsten Bilanz den Löwenanteil aus, rechnet Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger vor. Diese sechs Beherbergungsbetriebe würden alleine rund 250 000 Übernachtungen bescheren.

Hotels im Top-Segment könnte die "Alpenwelt" noch mehr gebrauchen, so Schwarzenberger. "Das wäre keine Konkurrenz, sondern ein Segen für die Region."

Von Traum-Zuwachsraten von 20 000 Gästen mehr innerhalb eines Jahres ­ statt 47 976 (2006) nun 67 138 (2007) ­ können die Gastgeber in Mittenwald nur träumen. Dort dümpelt man nach dem Wiedervereinigungs-Boom Anfang der 90er, als bei den Nächtigungen nur knapp die Millionengrenze geschrammt wurde, bei noch gerade mal 560 000.

Natürlich wird unterm Karwendel der Ruf nach einem Leitbetrieb der Luxusklasse lauter denn je. "Aber das ist eine Frage des Platzes, der Investoren und der Durchsetzung", meint Tourismus-Referent Klaus Brummer. Der Chef des "Jägerhofs" und studierter Betriebswirt hat 1990 seine Diplomarbeit dem Mittenwalder Fremdenverkehr gewidmet. Darin ist noch von 13 Hotels zu lesen. "Heute gibt es nur mehr derer fünf." Und für die wird's angesichts der gobalen Konkurrenz und zusätzlicher Steuerbelastungen auch immer schwerer. Brummer spricht da aus eigener leidvoller Erfahrung: "In den vergangenen fünf Jahren blieb uns kein Geld zum Investieren."

Über 80 Millionen Euro haben die Macher von Elmau, Kranzbach, Tennsee und im Krüner "Alpenhof" zuletzt in die Hand genommen. Der Lohn: eine überdurchschnittlich gute Auslastung. Und davon profitieren viele in Krün.

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